Wahrzeichen von Neuruppin : Stadtmauer kurz vor dem Einsturz

Durchgang verboten: Die historische Stadtmauer von Neuruppin  aus Backsteinen ist abgesackt.
Foto:
Durchgang verboten: Die historische Stadtmauer von Neuruppin aus Backsteinen ist abgesackt.

Sie gilt als eines der ältesten Bauwerke von Brandenburg. Jetzt musste die Mauer aus roten Backsteinen sogar notdürftig abgestützt werden. Die Stadtmauer von Neuruppin droht einzustürzen.

svz.de von
07. Dezember 2013, 00:33 Uhr

Sie gilt als eines der ältesten Bauwerke von Brandenburg. Jetzt musste die Mauer aus roten Backsteinen sogar notdürftig abgestützt werden. Die Stadtmauer von Neuruppin droht einzustürzen.

Mitarbeiter einer privaten Baufirma sicherten Teile der historischen Neuruppiner Stadtmauer. Mit dicken Kanthölzern, Bohlen und Plane waren die Männer im Auftrag der Stadt angerückt, um das Einstürzen der roten Backsteinmauer hinter dem Tempelgarten zu verhindern. In den vergangenen Tagen sackte das Bauwerk schon einige Zentimeter ab. Ein meterlanger Riss zieht sich vom Boden bis zur Oberkante.

Was der Grund für den drohenden Einsturz ist, ist bislang unklar. In den vergangenen Wochen wurden an der Kommunikation – der Gasse entlang der Mauer – Erdarbeiten durchgeführt, die laut Axel Zippel von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises „dicht an dem denkmalgeschützten Bauwerk“ verliefen. Außerdem wird nur wenige Meter weiter das Neuruppiner Museum erweitert. Bis vor wenigen Tagen stand unmittelbar neben dem entstandenen Riss ein großer Kran. Fast täglich fuhren schwere Baufahrzeuge in der Nähe vorbei.

Auf eine weitere Möglichkeit, die zum Unglück geführt haben könnte, verweist der Berliner Architekt Manfred Selle. Er war 2005 an der Instandsetzung des Mauerstückes beteiligt: „Vor Kurzem wurden am Museumsneubau Metallträger eingerüttelt. Auch da gab es Erschütterungen.“ Neuruppins Baudezernent Arne Krohn schließt eine Kombination aus mehreren Ursachen nicht aus. „Es könnte auch am Baugrund liegen, auf dem die Mauer steht.“

Wer die Schuld an der abgesackten und über mehrere Meter gerissenen Mauer hat, ist nun zu klären. Dafür hat die Stadt ein Gutachten in Auftrag gegeben, das in den kommenden Tagen erwartet wird. Vorerst ist die Mauer erst einmal mithilfe von Bohlen und Kanthölzern gestützt worden. Die Plane soll vor dem Eindringen von Feuchtigkeit schützen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen