Der Park feiert jetzt die Rückgabe : Ruhestätte als Wahrzeichen

Die Restaurierung der Pückler-Grabpyramide ist abgeschlossen.
Die Restaurierung der Pückler-Grabpyramide ist abgeschlossen.

Fürst Pückler war kein Mann der leisen Töne. Der Adlige liebte es exzentrisch und gilt als Weltenbummler und Visionär. Er soll einmal mit einer Kutsche durch Berlin gefahren sein – weiße Hirsche zogen das Gefährt.

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29. August 2015, 10:01 Uhr

Fürst Pückler war kein Mann der leisen Töne. Der Adlige liebte es exzentrisch und gilt als Weltenbummler und Visionär. Er soll einmal mit einer Kutsche durch Berlin gefahren sein – weiße Hirsche zogen das Gefährt. Selbst seine eigene Beisetzung inszenierte er noch: Als Grabstätte ließ sich Pückler eine Erdpyramide mitten in einem See auf seinem Alterssitz Branitz im heutigen Cottbus errichten. Das Wahrzeichen der Stadt wurde in den vergangenen Monaten aufwendig restauriert.

Wind und Wetter hatten dem Erdhügel, der auch Tumulus genannt wird, zugesetzt. Ziel der Restaurierung war es, den Hügel wieder geometrischer aussehen zu lassen und in die Nähe der einstigen Originalhöhe von 13,50 Metern zu bringen. Mit den Jahren war die Pyramide um rund einen Meter geschrumpft. Laut Parkleiter Claudius Wecke wurden nun mehr als 150 Kubikmeter Erde aufgeschüttet.

Zum Abschluss der Restaurierungsarbeiten wurde noch wilder Wein auf dem Hügel gepflanzt. Er überstand bislang die Hitze und Trockenheit verhältnismäßig gut, wie Wecke sagt. Dennoch seien kleine Stellen an der Pyramide verbrannt.

Zur Rückgabe des Tumulus an die Öffentlichkeit werden am Sonntag unter anderen Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) erwartet. Am selben Tag zeigt das Staatstheater Cottbus Teile des neuen Spielplans im Park.

Hermann Fürst von Pückler-Muskau war ein leidenschaftlicher Gartengestalter. Seine Ideen holte er sich unter anderem von seinen Orientreisen. Der von Pückler rund um das Schloss Branitz angelegte Landschaftsgarten ist rund 600 Hektar groß. Begonnen wurde mit den Arbeiten 1845. Dieses Jubiläum jährt sich zum 170. Mal. Eine offizielle Eröffnung des Parks gab es nicht - Pückler starb 1871.

Neben der Seepyramide entstand noch eine weitere Erdpyramide in Ufernähe.

Parkleiter Wecke schreibt in seinem neuen Buch mit dem Titel „...mein Tumulus wird bleiben, solange die Erde steht“ über die Geschichte und Restaurierung der Pyramide: „Keine Architektur repräsentiert die Unvergänglichkeit so gut wie eine Pyramide, sie wurde für Pückler daher zum idealen Begräbnisort. Wie die ägyptischen Pharaonen wollte der Lausitzer „Gartenpharao“ mit den Pyramiden wohl dem Himmel näher sein und der Nachwelt ein bleibendes Bauwerk hinterlassen. Gerade aus der Sicht eines kinderlosen Aristokraten dürfte dies durchaus wichtig erschienen sein.“ Noch bekannter als der Branitzer Park ist Pücklers Landschaftsgarten im sächsischen Bad Muskau. Er liegt heute zu zwei Dritteln auf polnischem Boden. Die rund 830 Hektar große Anlage zählt seit 2004 zum Unesco-Weltkulturerbe. Vor 200 Jahren rief Pückler die Bevölkerung auf, ihm Land für sein Landschaftsgarten-Vorhaben zur Verfügung zu stellen.

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