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Neuruppin : Neues Gesicht zum Museumstag

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Museen im Land lassen sich viel einfallen, um Gäste zu locken. Eines der größten Projekte eröffnet gerade rechtzeitig.

Die Mitarbeiter haben erst in diesen Tagen die neuen Räume bezogen. Handwerker werkeln noch an einigen Stellen. Nach zwei Jahren steht der Umbau des Neuruppiner Museums vor dem Abschluss. Pünktlich zum 37. Internationalen Museumstag an diesem Sonntag zeigt das klassizistische Gebäude in der Fontanestadt sein neues Gesicht. Grund genug für Brandenburgs Museumsverband, die offizielle Eröffnung der Veranstaltung an den für knapp sechs Millionen Euro umgebauten Standort zu legen.

„Mit den Umbau bekommt das Museum endlich die Stellung, die ihm und seiner Sammlung zusteht“, sagte Verbandschefin Susanne Köstering. „Die Arbeiten haben eine wirkliche Dimension“, so Köstering. Der Neubau, der dem alten Gebäude angeschlossen worden sei, übertreffe diesen in der Größe. Dank der Neukonzeption könne das Haus seine Sammlungen deutlich besser darstellen – dies gelte insbesondere für die Bilderbogen-Sammlung.

Nach Museumsangaben ist sie mit 11 000 Blättern aus Neuruppin und ganz Europa eine der größten ihrer Art weltweit. Im Steindruck hergestellt berichteten die kolorierten Bilderbögen früher von wichtigen Ereignissen, erzählten von Liebesfreud und -leid oder ließen die Kinder lernen und basteln.

Rund 5,8 Millionen Euro hat das Kulturministerium in Potsdam nach Angaben eines Sprechers für die Neukonzeption zur Verfügung gestellt. Ein Großteil der Gelder kam aus EU-Fördertöpfen. Die Gesamtkosten betrugen laut Museum rund 5,96 Millionen Euro.

Ursprünglich sollte der Neubau samt neuer Dauerausstellung zum Museumstag präsentiert werden. Schwamm im Altbau habe jedoch zu Verzögerungen geführt, schilderte Museumssprecherin Dorothea Leicht.

Nun können die Gäste vor allem das neue Gebäude betrachten. „Für viele wird es einen Überraschungseffekt geben“, mutmaßte Leicht. Denn von außen ist der Neubau hinter der klassizistischen Fassade verborgen. Eine Fotoausstellung dokumentiert die Veränderungen des Hauses. Im Oktober soll dann die neue Sonderausstellung eröffnen.

Landesweit beteiligen sich laut Verband mehr als 90 Einrichtungen am diesjährigen Museumstag, der unter dem Motto „Sammeln verbindet!“ steht. Köstering erwartet 7000 bis 8000 Besucher zu den Aktionen in Brandenburg. Nach ihren Angaben gibt es etwa 400 Museen in Brandenburg. „Viele von ihnen haben in den vergangenen Jahren unglaublich viel Schwung bekommen – auch in den kleineren Orten“, betonte die Verbandschefin.

Ein Beispiel sei das sanierte Haus mit der Adler-Apotheke in Eberswalde, das ebenfalls am Sonntag öffne. Im Museum Lübben in der Niederlausitz wird die Sonderausstellung „Wie wir Preußen wurden“ eröffnet. Die Schau ist eine Partnerausstellung der Ersten Brandenburgischen Landesausstellung, die am 6. Juni im Schloss Doberlug (Elbe-Elster) öffnet.

Zu den weiteren Höhepunktes der Veranstaltung zählen eine neue Ausstellung im Industriemuseum Brandenburg/Havel zur 100-jährigen Geschichte der Stahlproduktion (der „Prignitzer berichtete“ am Donnerstag) oder die Schätze des Dieselkraftwerks Cottbus. Für Cineasten gibt es zwei besondere Angebote: Das Filmmuseum in Potsdam, das derzeit wegen Umbaus geschlossen ist, öffnet sein Archiv und lüftet „Schätze aus 100 Jahren Babelsberger Filmgeschichte“. Das Feuerwehr- und Technikmuseum Eisenhüttenstadt stellt ein Fahrzeug aus dem Kinofilm „Grand Budapest Hotel“ vor.

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