Potsdam : Millionenprojekt Garnisonkirche

Eine Sehenswürdigkeit ist ein Bruchstück des Schwarzen Adlerordens aus der Mittelkonsole am Turmportal der Garnisonkirche.
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Eine Sehenswürdigkeit ist ein Bruchstück des Schwarzen Adlerordens aus der Mittelkonsole am Turmportal der Garnisonkirche.

Fördergesellschaft für den Wiederaufbau des Potsdamer Gotteshauses will 2017 beginnen / Noch fehlen rund 17 Millionen Euro

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18. Januar 2016, 12:35 Uhr

Die Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche will möglichst 2017 mit dem Wiederaufbau des Kirchturms des 1968 gesprengten Gotteshauses beginnen. Das teilten der Vorsitzende der Fördergesellschaft, der Potsdamer Jurist Matthias Dombert, sowie Mitglieder des Vorstands der Stiftung Garnisonkirche e.V. gestern in Potsdam mit. Die Gesamtkosten für den Wiederaufbau nur des Turms betragen demnach 37,8 Millionen Euro. 6,6 Millionen Euro sind bereits gesammelt und zu großen Teilen in die Bauplanung investiert worden. Ferner liegen Förderzusagen des Bundes in Höhe von zwölf Millionen Euro sowie Zusagen von Unternehmen über Sachleistungen in Höhe von 2,4 Millionen Euro vor.

„Klar ist: Die Baugenehmigung gibt es“, sagte Dombert gestern. Auch wenn in der brandenburgischen Landeshauptstadt derzeit ein Dialog zum Wiederaufbau der Garnisonkirche laufe, könne man dahinter nicht zurück. Würde die Stiftung die Baugenehmigung aufgeben, würde man gegen den eigenen Stiftungszweck verstoßen.

Der Finanzvorstand der Stiftung Garnisonkirche, Peter Leinemann, schloss nicht aus, dass zur Finanzierung des ersten Bauabschnitts auch Kredite aufgenommen werden kön- nten. Derzeit sei die Hoffnung aber groß, auch die noch fehlenden 16,8 Millionen Euro durch Spenden aufbringen zu können.

Über einen Anteil der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz sei Stillschweigen vereinbart worden. Landesbischof Markus Dröge hatte vor der Synode der EKBO im letzten November angekündigt, fünf Millionen Euro für den Wiederaufbau des Kirchturms zur Verfügung zu stellen. Darüber müsste im April allerdings zunächst die Landessynode der EKBO entscheiden, die dem Wiederaufbau des Gotteshauses in der Vergangenheit kritisch gegenüberstand.

Derzeit befindet sich am ehemaligen Standort der Garnisonkirche die Nagelkreuzkapelle. Eine dort entstandene Kirchengemeinde zählt derzeit 170 Mitglieder, sagte Pfarrerin Cornelia Radeke-Engst. Sie lege ihren Schwerpunkt auf Friedens- und Versöhnungsarbeit. So finden dort etwa interreligiöse Gebete von Christen und Juden statt, die perspektivisch auf Muslime erweitert werden sollen. Daneben gibt es Seminare für gewaltfreie Kommunikation und Bildungsangebote für Schulklassen.

Neu gestartet werden soll ein „Potsdamer Friedensdiskurs“, an dem auch der kirchliche Entwicklungsdienst der EKBO beteiligt werden soll.

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