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Spitzer und Höher : Grabpyramide wird restauriert

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Wind und Wetter haben Fürst Pücklers letzter Ruhestätte zugesetzt.

Das Unkraut soll verschwinden und die Konturen geschärft werden: Die Grabpyramide von Fürst Pückler im Cottbuser Park Branitz wird wieder stärker in ihren Originalzustand aus dem 19. Jahrhundert versetzt. Anfang Juni beginnen die jahrelang geplanten Restaurierungsarbeiten an dem Erdhügel, wie der Direktor der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz, Gert Streidt ankündigte. Ein Stein wird eine neue Spitze bilden und aufgeschüttete Erde soll die Pyramide um einen Meter erhöhen.

Der neue Granitstein mit einer Höhe von 12,5 Zentimetern soll die geometrische Form der Pyramide wieder stärker betonen, wie Parkleiter Claudius Wecke sagte. Der Erdhügel soll so spitzer aussehen. Der exzentrische Landschaftsgartengestalter Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871) ließ laut Parkleitung bereits im Jahre 1857 einen Granitstein auf seine außergewöhnliche Beisetzungsstätte aufsetzen, der nach einigen Jahren aber abrutschte. Er ist heute im Park als Steintisch zu sehen.

Wohl noch wichtiger: Der Granitstein soll verhindern, dass Pyramidenteile infolge von Frost, Wind und Regen abrutschen. Erosion hat der Grabpyramide – die auch als ein Wahrzeichen von Cottbus bezeichnet wird – mit den Jahren zugesetzt. „Der Erdkörper ist aus der Form gekommen“, sagte Wecke. Er sei im Laufe der Zeit um rund einen Meter auf 12,50 Meter abgesunken – mit der aufgeschütteten Erde werde der Hügel wieder auf sein Originalmaß von 13,50 Metern kommen. Eine Steinstufe unter Wasser soll den Erdhügel außerdem stützen.

Die Rückgabe der Grabpyramide im Branitzer Park soll laut Streidt im nächsten Frühjahr erfolgen. Dazu werde es ein Fest geben, kündigte er an. Die Pyramide, auf der wilder Wein wächst, liegt in einem See im etwa 600 Hektar großen Park. Wecke sagte: „Ich kenne weltweit keine andere Pyramide, die in einem See steht.“

Dort ist nicht nur Pückler seit 1871 begraben. Auch seine Ehefrau Lucie von Hardenberg wurde in den Hügel, der auch Tumulus genannt wird, Jahre später gelegt. Zuvor lag sie an einer anderen Stelle im Park. Am Ufer des Sees steht auf einer Wiese noch eine weitere Pyramide. Der exzentrische Landschaftsgartengestalter und Abenteurer Fürst Pückler gestaltete auch im sächsischen Bad Muskau eine riesige Parkanlage, die seit 2004 zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. Die rund 830 Hektar an der Neiße liegen zu zwei Dritteln auf polnischem Boden.

Neben der Pyramide soll es im Park Branitz weitere Restaurierungsarbeiten geben: Darunter sind sechs kleine Inseln, die laut Parkleiter Wecke ebenfalls in ihre ehemalige Formen gebracht werden sollen. Wildwuchs und Bäume sollen zurückgeschnitten werden, damit die Seepyramide optisch wieder stärker in den Mittelpunkt rückt.

Ein neuer Gondelanlegeplatz soll zudem bei der Schlossgärtnerei entstehen, damit die jährlich etwa 230 000 Besucher um die Seepyramide fahren können. Ein derzeit provisorischer Anlegeplatz wird laut Wecke dann verschwinden.

Das 1,6 Millionen Euro teure Sanierungsprojekt wird laut der Stadt Cottbus und der Stiftung hauptsächlich aus europäischen Fördermitteln finanziert.

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