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Buga : Gartenschau auf dem Flugplatz

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Baustellenführung in Stölln gibt Vorgeschmack auf Bundesgartenschau: Exotische Pflanzen treffen auf Fliegergeschichte

Von Theo Weisenburger Die Buga 2015 in der Havelregion rückt immer näher, und so langsam scheint das Lampenfieber auch die Bürger in den fünf Teilnehmerstädten zu erfassen. Gut 800 Menschen nahmen an den jüngsten Baustellenführungen teil, die gleichzeitig an den Standorten der Bundesgartenschau Premnitz, Rathenow, Brandenburg/Havel, Amt Rhinow und Havelberg angeboten wurden. „Das ist ein neuer Rekord“, sagt Buga-Sprecherin Amanda Hasenfusz.

Am Flugplatz Stölln, dem Buga-Standort im Amt Rhinow, wurde gezeigt, was sich die für das Areal zuständige Planerin Svenja Goltz und ihr Team ausgedacht haben. Stölln ist der älteste Flugplatz der Welt. Hier unternahm 1894 Flugpionier Otto Lilienthal seine ersten Flugversuche und starb am 9. August 1896 nach einem Absturz. Ihm zu Ehren wurde im Oktober 1989 eine Passagiermaschine Iljuschin II-62 der Interflug nach Stölln überführt. Sie ist heute Museum, Standesamt – und natürlich zentrales Ausstellungsstück der Buga. Im 1,4 Hektar großen Fliegerpark dreht sich alles um „Lady Agnes“, die nach Lilienthals Frau benannte Iljuschin.

Auf neu angelegten Spazierwegen können die Besucher die „Lady Agnes“ erwandern. Nach dem Betreten des Areals werden die Besucher von 1000 Wildrosen begrüßt, die Anfang des Jahres gepflanzt wurden. In der Ferne, auf der höchsten Erhebung des Geländes, winken fünf Flugplatz-typische Windsäcke. „Die sollen die fünf Standorte der Buga symbolisieren“, erläutert Planerin Goltz. Um gleich darauf auf etwas hinzuweisen, dass noch lange nicht alles fertig ist. Unter anderem wird noch das Vereinsgebäude vom Airport Stölln abgerissen und durch einen transparenten Ausstellungspavillon ersetzt. Dort werden zur Bundesgartenschau Ausstellungen zu den Themen Fliegen, Landwirtschaft und Sternenpark gezeigt.

Alles weiß Svenja Goltz übrigens auch nicht. Zum Beispiel, ob das Kassenhäuschen ausreicht oder erweitert werden muss. Das wird sich zeigen, wenn die Besucher eintrudeln. Mit gut 350 000 Gästen rechnet Rhinows Amtsdirektor Jens Aasmann. Mit dem Stand der Vorbereitungen zeigt er sich zufrieden, jetzt gehe es darum, den Rest auch noch hinzubekommen. Darunter sind auch die Steppengleiter, sechs Gebilde, die wie Hochbeete aussehen und begrünt werden – „mit exotischen Pflanzen“, wie Gollenbergs Bürgermeisterin Iris Hoffmann ankündigt.

Warum es Exoten sein müssen, liegt auf der Hand: Mit der am Rande des Fliegerparks abgestellten Iljuschin ist schließlich die weite Welt im Stölln zu Hause. Wie exotisch, das kann der Besucher auch beim Spaziergang um „Lady Agnes“ sehen. In die Steinplatten des Rundwegs sind die 50 Orte eingraviert, die der Flieger während seiner aktiven Zeit angeflogen hat.

„Lady Agnes“ dient der Gemeinde auch als Standesamt, 868 Brautpaare haben sich dort bislang das Ja-Wort gegeben. „Ich habe den Wunsch, dass nächstes Jahr die 900 voll werden“, sagt die Bürgermeisterin. Außerdem hofft sie, dass sich die Investitionen auch dauerhaft rentieren. Bis Ausstellungsbeginn werden knapp 1,4 Millionen Euro verbaut, davon 820 000 Euro Fördermittel. Der überwiegende Teil dessen, was zur Buga gebaut und installiert wird, bleibt erhalten, zum Beispiel eine sanierte Straße, Parkplatz und Bushaltestelle. Mit rund 850 000 Euro machen die Umfeldgestaltung der „Lady Agnes“ und der Weg zwischen Lilienthal-Centrum und Fliegerpark den größten Anteil aus – wichtige Teile der touristischen Infrastruktur.



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