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Autor Thomas Rosenlöcher : Freiheit für Verse

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der Dresdner Autor Thomas Rosenlöcher sieht sich vor allem als Lyriker / Für Gedichte sammelt er Eindrücke, nun als Stadtschreiber in Rheinsberg

Wälder, Seen und dazu kleinstädtisches Flair mit historischen Häusern: Von Rheinsberg lassen sich seit 20 Jahren Stadtschreiber inspirieren. „Ich bin offen für alles“, sagt der Dresdner Autor Thomas Rosenlöcher, der seit 1983 als freier Schriftsteller arbeitet und für sein Werk zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhielt, im Interview mit Gudrun Janicke. Im Westen wurde er bekannt mit seinem nach der Wende erschienenen Buch „Die verkauften Pflastersteine. Ein Dresdner Tagebuch“. Im Februar bezieht der 67-Jährige nun für ein knappes halbes Jahr in Rheinsberg Quartier.

Was erwarten Sie von Ihrem Aufenthalt?
Ich verspreche mir viel von der Landschaft. Ich mag Brandenburg, ich mag den See und Kiefernwälder. Ich werde erleben, wie alles im Frühling erwacht. Ich bin gern unterwegs, werde rumlaufen oder mit dem Fahrrad fahren. Dann gibt es sehr viel Ruhe.
Ein Stadtschreiber soll doch aber auch arbeiten und schreiben?
Ja. Aber viele denken, man fährt auf einem Fluss lang und schreibt dann ein Gedicht über den Fluss. So geht das meistens nicht. Was man schreibt, kommt oft von weiter her. Oder man geht wie unser Johann Wolfgang im Walde vor sich hin – und plötzlich erlebt man ein Gedicht.
Was wird Rheinsberg dem Lyriker Rosenlöcher geben können?
Der Aufenthalt gibt mir auch die Freiheit, Gedichte zu schreiben. Sie wissen ja, Gedichte liest kein Mensch und sie werden nicht bezahlt. Das ist mein eigentliches Metier. Wenn so etwas in Rheinsberg passiert, ist es schön.
Welche Projekte sind gerade in Arbeit?
Ein Schriftsteller hat immer sein Programm. Ich schreibe an meinen Sachen weiter. Ein kleines Prosabüchlein mit Kalendergeschichten soll neu belebt werden. Das muss in Rheinsberg unbedingt fertig werden.
Werden Sie nur für sich sein und im stillen Kämmerlein am Schreibtisch sitzen?
Vor den Rheinsbergern werde ich nicht gerade die Flucht ergreifen. Wenn sich etwas ergibt, werde ich auch aus meinen Arbeiten lesen.
Werden Sie in Rheinsberg richtig leben? Wie gut kennen Sie eigentlich die Stadt?
Na klar, ich wohne hier und beziehe die Wohnung der Stadtschreiber. Meine Frau wird mich auch mal besuchen. Ich habe hier viel nachzuholen. Gerade weil ich das Städtchen noch kaum kenne, will ich mich gern in der Gegend umtun.

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