Millionen Euro FÜRS Überleben : Freie Theater brauchen Förderung

Auch die Wanderoper Brandenburg ist auf finanzielle Hilfen angewiesen.
Auch die Wanderoper Brandenburg ist auf finanzielle Hilfen angewiesen.

Positive Bilanz bei Besucherzahlen - aber ein abwechslungsreiches Programm kostet.

svz.de von
23. Juli 2014, 17:30 Uhr

Die 26 Freien Theater des Landes Brandenburg sind jährlich auf mehrere Millionen Euro Förderung angewiesen. Lediglich ein Drittel ihres Budgets kann durch die Einnahmen gedeckt werden.

„Unsere finanzielle Lage ist stabil“, sagte der Geschäftsführer des Landesverbands Freier Theater, Frank Reich. Es gebe keine Anzeichen, dass die Theaterförderung künftig zurückgefahren werde. Den Löwenanteil der Förderung tragen die märkischen Kommunen. Sie unterstützen die Freien Theater pro Jahr mit fast 1,5 Millionen Euro.

„Theater sind ein wichtiger Baustein der Kulturlandschaft in Brandenburg“, sagte Monika Gordes vom Brandenburgischen Städte- und Gemeindebund. Seit 2012 stellten die Kommunen allen Theatern und Orchestern im Land jährlich 17 Millionen Euro zur Verfügung. Vor zehn Jahren waren es laut Gordes hingegen lediglich 13 Millionen. Das Kulturministerium in Potsdam förderte die Theater 2013 mit 808 000 Euro, ab 2015 sollen es 850 000 Euro werden, sagte Ministeriumssprecher Hans-Goerg Moek. „Damit sind wir in Brandenburg verglichen mit anderen neuen Bundesländern gut dran.“

Welche Projekte unterstützt werden, darüber entscheidet eine dreiköpfige Expertenjury. „Es handelt sich um ausgewiesene Fachleute mit Theatererfahrungen“, schilderte Moek.„In diesem Jahr muss die Jury uns vergessen haben“, sagte Arnold Schrem, Geschäftsführer der Wanderoper in Bad Freienwalde (Märkisch-Oderland). Damit er die Planung für die verschiedenen Projekte erstellen kann, müsse er wissen, wie sein Theater finanziell unterstützt werde. Er forderte eine verlässliche Förderung für sein pro Stück wechselndes Ensemble. Das 2011 gegründete Musiktheater tourt durch die gesamte Mark. „Wir spielen auch schon mal vor Schulklassen in Turnhallen“, sagte Schrem.

Beim Blick auf die Besucherzahlen ziehen die Freien Theater eine positive Bilanz. 2013 konnten sie mit 170 827 Zuschauern in 2084 Vorstellungen ihren festen Platz in der Theaterlandschaft Brandenburgs bestätigen. „Mehr als 25 Prozent der Zuschauer gingen somit in Vorstellungen Freier Theater“, so Reich.

Im vergangenen Jahr arbeiteten nach Verbandsinformation unter anderem 54 feste Angestellte, 382 Honorarkräfte und 15 ehrenamtliche Mitarbeiter in den Freien Theatern.

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