Dunkler Ort : Erste Sternwarte im Naturpark

Die Region um Gülpe, nur 70 Kilometer westlich von Berlin, gilt unter Astronomen schon lange als einer der dunkelsten Orte Deutschlands. Dadurch kommt der Sternenhimmel besonders gut zur Geltung.
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Die Region um Gülpe, nur 70 Kilometer westlich von Berlin, gilt unter Astronomen schon lange als einer der dunkelsten Orte Deutschlands. Dadurch kommt der Sternenhimmel besonders gut zur Geltung.

Ein kleiner Ort im Havelland wird wieder zum Mekka für Astronomen.

svz.de von
16. Juli 2014, 07:14 Uhr

Im Naturpark Havelland, Deutschlands erstem internationalen Sternenpark, soll nun auch die erste Sternwarte errichtet werden. „Wir erwarten täglich die Baugenehmigung“, sagte Ingolf Hammer vom Verein „Kunst und Kultur Havelland“. Auf einem Gartengrundstück des Vereins im kleinen Ort Gülpe will ein privater Investor aus Berlin eine kleine Sternwarte bauen. „Wenn alles gut geht, wird sie schon bis zum nächsten Astronomentreffen Ende August fertig“, sagte Hammer. Dann werden rund 200 Sternengucker aus ganz Deutschland in Gülpe erwartet.

Die Region rund 70 Kilometer westlich von Berlin war von der Internationalen Gesellschaft zum Schutz des dunklen Nachthimmels im Februar zum Sternenpark ernannt worden. Inzwischen hat sich auch der Verein „Sternenpark Havelland“ gegründet, dem Mitglieder aus der Gemeindeverwaltung, dem Naturpark, der Wirtschaft und engagierte Bürger angehören. Der Verein will unter anderem mehr Besucher in den Naturpark locken.

„Die Buchungen haben seit der Ernennung schon um etwa 20 Prozent zugenommen“, sagte Hammer, der in Gülpe eine kleine Pension betreibt.

Der Verein will vom Land ein Haus in der Nähe der Naturparkverwaltung kaufen und zu einer weiteren Sternwarte mit einigen Gästebetten umbauen. Außerdem sollen weitere touristische Projekte getestet werden. „Beim Astronomentreffen wollen wir schon mal einige Liegen ausprobieren, die den Sternenguckern den Blick in den Nachthimmel erleichtern könnten.“

Damit die Region um Gülpe Sternenpark wurde und bleibt, haben sich die umliegenden Gemeinden verpflichtet, auf eine entsprechende Straßenbeleuchtung zu achten. Dort dürfen künftig nur Beleuchtungssysteme mit einem schwachen warm-weißen Licht verwendet werden.

Nach Angaben des Umweltministeriums gibt es weltweit mehr als 20 Sternenparks, davon acht in Europa. Nur der Brandenburger liegt so nahe an einer Großstadt.

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