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„Hallo Papa“ : Eine Tragödie in 99 Sekunden

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Dustin Gottschalk ist einer von 99 Finalisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die beim größten Kurzfilmwettbewerb der Welt „99-Fire-Films-Award 2015“ in die finale Runde gekommen sind.

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erstellt am 10.Feb.2015 | 10:00 Uhr

Dustin Gottschalk könnte vor Begeisterung gerade die ganze Welt umarmen. Er klingt aufgeregt, die Worte sprudeln beim Telefongespräch geradezu aus ihm heraus. „Ich freue mich so“, sagt er. Der 17-jährige Neuruppiner, der gerade im Skiurlaub ist, hat zwischen zwei Abfahrten von seinem großen Erfolg erfahren.

Dustin Gottschalk ist einer von 99 Finalisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die beim größten Kurzfilmwettbewerb der Welt „99-Fire-Films-Award 2015“ in die finale Runde gekommen sind. Gottschalk hat das Drehbuch selbst geschrieben. Der Film mit dem Titel „Hallo Papa“ handelt von einem Mädchen, das mit dem Zug auf dem Weg zu ihrem Vater ist. Währenddessen schreibt sie diesem eine Nachricht, die mit „Ich habe dir so viel zu erzählen“ beginnt. Sie berichtet ihm von ihrer neuen Liebe, einem Soldaten. Ein Beruf, den ihr Vater dem Jungen bestimmt ausreden würde, vermutet sie. In der nächsten Szene befindet sich das Mädchen auf einem Friedhof – und der Zuschauer begreift. Das Mädchen wird von der 16-jährigen Sicilia Shehata dargestellt, die später einmal Schauspielerin werden möchte. Der Vater im Film ist in Wirklichkeit Gottschalks Vater.

Ursprünglich haben rund 3400 Filmemacher Filme eingereicht. Darunter sind auch internationale Regisseure, die in der Kategorie „Internationaler Film“ gegeneinander antreten. Bei den Regeln des Wettbewerbs hat alles mit der Zahl 99 zu tun: Der Kurzfilm durfte die Länge von 99 Sekunden und seine Fertigstellung 99 Stunden nicht überschreiten. Der Sieger darf sich über 9999 Euro freuen. An die Gewinner der Kategorien „Beste Idee“, „Beste Kamera“ und „Publikumspreis“ gehen jeweils 999 Euro. Dieses Jahr sollte das Thema „Was ich schon immer tun wollte!“ umgesetzt werden. Zudem musste der Film den Begriff „Hashtag“ beinhalten. Unter diesem werden beim sozialen Netzwerk Twitter ähnliche Fotos oder Themen zusammengefasst.

Dustin Gottschalk hat schon einmal sein Glück versucht. Die aktuelle Idee sei ihm gekommen, als er das diesjährige Motto weitergedacht habe, so Gottschalk. „Im ersten Moment hat man natürlich Wünsche wie einmal Fallschirmspringen oder nach Venedig reisen im Sinn“, erzählt der 17-Jährige. Dann riet ihm ein Freund, die Zuschauer auf eine falsche Fährte zu locken. So geht es in der Nachricht des Mädchens an ihren Vater zwar darum, dass sie mit dem Jungen nach Venedig reisen will, doch ihr größter Wunsch wird dem Zuschauer erst in der Schlussszene klar.

Dustin Gottschalk dreht seit vier Jahren Videos. Seit zwei Jahren filmt er regelmäßig auf Hochzeiten und Abibällen. Er liebt es, mit der Kamera Geschichten zu erzählen und möchte nach der Schule Kameramann für Spielfilme werden. So ein Kurzfilm macht viel Arbeit. Allein das Schneiden habe 16 Stunden gedauert. Doch der Aufwand hat sich schon gelohnt: Gottschalk nimmt am Donnerstag an einem Film-Workshop und anschließend an der glanzvollen Preisverleihung im Admiralspalast teil.

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