Neues von der Stasi : „Ein kleiner Sensationsfund“

Die frühere Stasi-Zentrale in Cottbus wird  abgerissen. Dabei kamen viele Akten ans Licht.
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Die frühere Stasi-Zentrale in Cottbus wird abgerissen. Dabei kamen viele Akten ans Licht.

In der ehemaligen Stasi-Zentrale in Cottbus wurden Akten entdeckt. Archivare haben bereits mit der Sichtung des Materials begonnen. Ein Experte ist begeistert.

svz.de von
07. März 2014, 14:27 Uhr

Nach dem Fund unzähliger Stasi-Akten in Cottbus 25 Jahre nach dem Mauerfall läuft die Sichtung der Unterlagen auf Hochtouren. Das Material werde von Archivaren „Seite für Seite gelesen“, sagte der Leiter der Außenstelle der Stasi-Unterlagenbehörde in Frankfurt (Oder), Rüdiger Sielaff. Bauarbeiter hatten die Papiere in der ehemaligen Stasi-Bezirkszentrale am Nordrand von Cottbus entdeckt.

Die Auswertung der Akten, ein Bestand von 30 Metern, werde wohl Monate dauern, sagte Sielaff. Erst rund die Hälfte sei gesichtet. Verhörprotokolle und andere Privatakten seien bislang nicht gefunden worden, es handele sich vor allem um Bauunterlagen.

Sielaff sprach von einem „kleinen Sensationsfund“. Die Unterlagen verrieten viel über Struktur und Arbeitsweise in der einstigen Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS).

Verhören, bespitzeln, verhaften: Die Bezirksverwaltungen seien „das MfS vor Ort“ gewesen, sagte Sielaff.

Das frühere DDR-Ministerium für Staatssicherheit in Berlin hatte 15 Bezirksverwaltungen. Nach dem Mauerfall wurden sie nach und nach geschlossen. Als erste MfS-Außenstellen hatten am 10. Dezember 1989 die Bezirksverwaltungen in Neubrandenburg und Suhl ihre Tätigkeit eingestellt. Auf dem Gelände der Cottbuser Stasi-Zentrale soll nach dem Abriss ein „innenstadtnahes Wohnquartier“ mit etwa 70 Eigenheimen entstehen.

Die gefundenen Aktenberge werden in der Außenstelle der Stasi-Unterlagenbehörde in Frankfurt (Oder) archiviert. Dass andernorts noch mehr Zeugnisse der DDR-Diktatur schlummerten, sei wahrscheinlich, sagte Leiter Sielaff. Ob in privater Hand oder bei Institutionen: Besitzer von Stasi-Material hätten grundsätzlich eine Rückgabepflicht.

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