zur Navigation springen

Brandenburger Dom : Die Keimzelle Brandenburgs

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der Dom der Havelstadt wird nächstes Jahr 850 Jahre alt. In seinen Mauern wird das wohl wichtigste Dokument für Berlin verwahrt.

Der Baulärm klingt nicht wie Musik in den Ohren: Doch für die zum Teil lautstarken Umbauarbeiten am und im Dom von Brandenburg/Havel ist glücklicherweise ein Ende absehbar. Im kommenden Jahr wird das 850. Jahr der Gründung des Doms in der Havelstadt begangen – bis dahin sollen die Arbeiten beendet sein.

„Die Vorbereitungen für die Jubiläumsfeier sind im vollen Gange“, sagt der Leiter des Dommuseums, Rüdiger von Schnurbein. Ausstellungen und Veranstaltungen seien bereits geplant. In den vergangenen Jahren wurden Sanierungsarbeiten für rund eine halbe Million Euro erledigt. Mehr als die Hälfte der Summe stellte der Bund bereit, der Rest seien Eigenmittel, berichtet Wolfram Diederichs, Domstiftsrentmeister. Sein Amt ist vergleichbar mit dem eines Verwaltungsdirektors. Es erinnert an die Zeit, als Pächter an den Dom Pachten oder Renten zahlen mussten.

Der Dom, verbürgt ist die Gründung am 11. Oktober 1165, hat bereits einige Umbauten und Sanierungen hinter sich. Auch der berühmte preußische Baumeister Karl-Friedrich Schinkel (1781-1841) hinterließ ab 1830 seine Spuren: Alle aus seiner Sicht überflüssigen Kunstwerke flogen raus. Zu DDR-Zeiten wurde noch einmal Hand angelegt. „Jetzt erhält der Dom im Inneren das Aussehen zurück, wie es die Gläubigen im 15. Jahrhundert sahen“, schildert Rentmeister Diederichs.

Vorausgegenangen waren Diskussionen mit dem Landesamt für Denkmalpflege. „Der Dom ist die Keimzelle Brandenburgs“, sagt Landeskonservator Thomas Drachenberg. Architektur und die Formensprache des Bauschmucks seien stilbildend für mittelalterliche Bauten in Norddeutschland gewesen. „Durch die Wiederherstellung der einstigen Farbigkeit wird das Erscheinungsbild wieder vollständig“, sagt er. Bereits in den 1960er Jahren sei bei der Sanierung dieses Ziel verfolgt, aber nicht vollständig umgesetzt worden. Im Innenraum sei dies nun erreicht. „Das wird nun die Wahrnehmung über mehrere Generationen prägen“, meint der Denkmalpfleger.

Die Außenbereiche des etwa 10 000 Quadratmeter großen Areals sind fast fertig. Die Domkirche schmücken die historisch verbürgten Farben und Putze an Wänden und Decken. Ein tiefes Rot, leuchtendes Weiß und ein schlichtes Grau dominieren. Eine Ausnahme bildet die sogenannte Bunte Kapelle. Die einstige farbige Ausgestaltung der Wände ist heute nur noch zu erahnen. „Es war nicht Ziel, Verlorenes zu ersetzen“, erläutert von Schnurbein. Es sollte bewahrt werden. Nur der geübte Blick entdeckt an den Wänden Fragmente biblischer Szenen wie die Anbetung der Heiligen Drei Könige.

In den kommenden Monaten ziehen die derzeit ausgelagerten Kunstwerke wieder an ihren Platz. Die Veranstaltungen zur Domgründung 2015 – dann ist auch die Bundesgartenschau in Brandenburg/Havel und im Havelland – stehen unter dem Motto „Beständig neu“.

Der Dom beherbergt das älteste Archiv in Brandenburg. Hier wird unter anderem die Urkunde verwahrt, in der zum ersten Mal der Ort Berlin erwähnt wird. Den Dom gab es da schon: Berlin kann erst 2087 den 850. Geburtstag feiern.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen