Skulpturensammlung : DDR-Kunstsammlung wird ausgestellt

Die Arbeiten namhafter Bildhauer sind jetzt für jeden zugänglich.
Die Arbeiten namhafter Bildhauer sind jetzt für jeden zugänglich.

Einst schmückten sie die Wohnsiedlung von Erich Honecker und Co: Knapp 25 Jahre nach dem Mauerfall haben Skulpturen aus der Waldsiedlung Bernau, dem Wohngebiet des DDR-Politbüros, ein neues Domizil.

svz.de von
12. März 2014, 11:46 Uhr

Die Sammlung, bestehend aus 19 Kunstwerken, ist jetzt in einem früheren Laden an der Stadtmauer ausgestellt, wie eine Stadtsprecherin sagte.

Zu sehen sind beispielsweise Arbeiten so namhafter Bildhauer wie Fritz Cremer, Heinrich Drake, Waldemar Grzimek und Gustav Weidanz. Die Werke waren zuvor in anderen Räumen gezeigt worden, mussten aber weichen, da der Mietvertrag endete.

Seit vergangenem Sommer zeigt die Stadt die „Skulpturensammlung der Waldsiedlung Bernau“. Die Werke wurden zwischen 1959 und 1960 vom damaligen Leiter des Sonderbaustabes 10, Heinz Gläßke und dem Bildhauer Waldemar Grzimek ausgewählt, wie die Stadt berichtete.

Gläßke war mit dem Bau der Waldsiedlung für die Mitglieder des Politbüros des ZK der SED beauftragt. Für die Öffentlichkeit waren die Kunstwerke unzugänglich.

Ende 1989 mussten die Bewohner die bis dahin gut gesicherte und bewachte Siedlung im Norden Berlins verlassen. „Seit dieser Zeit erfuhren die Kunstwerke ein wechselvolles Schicksal“, heißt es dazu in der Mitteilung. In den vergangenen drei Jahren ließ die Stadt Bernau die zum Teil stark beschädigten Kunstwerke restaurieren, um sie öffentlich zu präsentieren. Eine im Sommer 2013 eröffnete Ausstellung stieß auf großes Interesse. Veranstaltungen befassten sich mit der Geschichte der Arbeiten und den Künstlern.

Zwei verschollene Werke kamen wieder zum Vorschein: Kinderporträts der Bildhauerin Ruthild Hahne. Sie wurden die in Sammlung integriert.

Mit diesen Werken befasst sich eine Veranstaltung in den neuen Ausstellungsräumen an diesem Freitag. Der Titel: „Unter Bäumen regnet es länger – Über Leben und Werk der Bildhauerin Ruthild Hahne.“ Es spricht der Sohn der Künstlerin, Stefan Hahne.

Die Ausstellung ist mittwochs und samstags geöffnet. Die neuen Räume liegen am Fernradweg Berlin-Usedom. Dazu erklärte die Sprecherin: „Wir hoffen, mehr Touristen für die Sammlung zu begeistern.“


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