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Preußen Und SAchsen : Countdown für erste Landesschau

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Brandenburg und Sachsen sind sich diesen Sommer ganz nahe – nicht nur räumlich. Der Druck auf die Macher ist enorm.

Auf der Homepage der Stadt Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) werden nicht nur die Tage, sondern die Minuten und Sekunden bis zur ersten Brandenburger Landesschau heruntergezählt. „Der Countdown läuft“, sagt Bürgermeister Bodo Broszinski (FDP).

Am 7. Juni öffnet die Landesschau unter dem Thema „Preußen und Sachsen. Szenen einer Nachbarschaft“ in Schloss Doberlug. Erinnert wird an ein Kapitel aus der Geschichte der Region an der Landesgrenze.

Beim Wiener Kongress vor 200 Jahren wurden nach den napoleonischen Kriegen die Beziehungen in Europa neu geregelt. Mit einem Federstrich gehörten zwei Drittel Sachsens über Nacht zu Preußen, wie das Schloss in Doberlug. In dem Renaissancebau ist nun bis Anfang November die Schau zu sehen.

Mit mehreren Millionen Euro wurde das imposante Gebäude in den vergangenen Jahren hergerichtet. „Die wichtigsten Etappen sind nun beendet“, sagt Broszinski. Für die Außenanlagen hofft der Bürgermeister der rund 9000 Einwohner zählenden Stadt auf feinen Landregen. „Damit der frisch gesäte Rasen gut anwächst“, meint das Stadtoberhaupt.

Im Inneren haben die Ausstellungsmacher bereits das Zepter übernommen. Stellwände werden aufgebaut und Vitrinen zurechtgerückt.

In sieben Szenen werden die Beziehungen beider Länder zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert thematisiert. Ausgangspunkt ist ein sächsischer Meilenstein, am Ende steht einer aus Preußen.

Auf rund 800 Quadratmetern werden zum Teil einzigartige Stücke präsentiert. Ab Mitte Mai kommen sie aus Museen in Berlin, Potsdam und Dresden an. Zu sehen ist unter anderem ein kostbarer Pokal. Er entstand im 18. Jahrhundert und ist ein gemeinsames Werk eines sächsischen Bildhauers und eines preußischen Goldschmiedes. Auch Gemälde oder Alltagsgegenstände passend zum Thema sind zu sehen.

Die Schau kostet nach Angaben des Brandenburger Kunstministeriums rund 2,6 Millionen Euro. Das Land trägt rund 1,6 Millionen Euro. Rund 100 000 Besucher werden erwartet. „Die Onlinebuchungen sind gut angelaufen“, sagte Elke Scheler, Sprecherin der Landesschau. Es gebe viele Nachfragen und auch Anrufe von interessierten Besuchern.

„Es muss alles bei uns klappen“, sagt Bürgermeister Broszinski. Auch Gewerbetreibende bereiten sich auf die Schau vor. Bäcker kreierten nach dem Motto der Schau einen Doberluger Kuss: einen süßen Makronenkeks mit Himbeerfüllung. Auch die Fleischer ließen sich inspirieren mit speziellen Würsten. „Bei uns entscheidet sich möglicherweise, ob es eine Wiederholung der Landesschau gibt“. Da sei der Druck schon groß, meint der Bürgermeister, der in den vergangenen Monaten bei offiziellen Auftritten immer in ein historisches Kostüm schlüpfte. Die Aufmerksamkeit und das Interesse nutzte er, um persönlich für einen Besuch in Doberlug-Kirchhain zu werben.

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