850 Jahre : Brandenburgs Dom feiert

Wird im Jubiläumsjahr oft zu hören sein: die Orgel im Brandenburger Dom.
Wird im Jubiläumsjahr oft zu hören sein: die Orgel im Brandenburger Dom.

Ein großes Festprogramm würdigt das 850-jährige Bestehen / Prominente Referenten und Konzerte

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22. April 2015, 14:39 Uhr

Es waren bewegte Zeiten für das Land an den Ufern der Havel: Pribislaw-Heinrich, der letzte Fürst der slawischen Heveller, war verstorben. Sein Land und seine Burg, die Brandenburg, fielen 1150 an den Markgrafen Albrecht den Bären. Um den Besitz zu sichern, begann der aus der Harzgegend stammende Adlige mit dem Landesausbau.

Der mehr als ein Jahrhundert im Exil befindliche Sitz des einst von den Ottonen gegründeten Bistums Brandenburg wurde zurückverlegt, ein Domkapitel gegründet, und im Jahr 1165, so berichtet es eine Urkunde des damaligen Bischofs Wilmar von Brandenburg, wurde der Grundstein für die Basilika St. Peter, dem heutigen Brandenburger Dom, gelegt.
Das war vor 850 Jahren. Heute ist der Brandenburger Dom mustergültig restauriert. Und das Domstift, das aus dem einstigen Domkapitel hervorgegangen ist, und damit laut seinem Dechanten, dem früheren EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber, „die älteste Institution auf Brandenburger Boden“ ist, begeht das Domjubiläum mit einem großen Festjahr.

Unter dem Motto „Beständig Neu“ wird es am 3. Mai mit einem Festgottesdienst und einer Jubiläumsausstellung von Huber und dem Vorsitzenden des Kuratoriums „850 Jahre Dom zu Brandenburg“, Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), feierlich eröffnet. Und es gibt wahrlich Grund zum Feiern: Vor Journalisten erinnerte Huber daran, dass der Dom 1994, als er das Amt des Berlin-Brandenburgischen Bischofs übernahm, noch einsturzgefährdet gewesen sei. „Damals hieß es: Dom in Not“, erinnerte Huber.

„Der Putz fiel herunter, und die Orgel drohte aus der Wand zu fallen.“ Der FDP-Politiker Otto Graf Lambsdorff habe damals die Initiative ergriffen, um das Gebäude zu retten. Seitdem wurden rund 50 Millionen Euro in den Dom investiert.

Rund um den Dom sind eine Grundschule und ein Gymnasium in kirchlicher Trägerschaft entstanden, zudem bietet das „Amt für kirchliche Dienste“ der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz dort Fortbildungen für Pfarrer an. Und im Archiv des Domstifts findet sich unter anderem die Urkunde mit der Ersterwähnung der Stadt Berlin. „Der Dom ist ein Ort der Zuversicht aus Glauben, der Zuwendung zu den Menschen und der Hoffnung auf eine gute Gestaltung der Zukunft“, so Huber.

Begeistert ist auch Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann. Die CDU-Politikerin konnte in den letzten Jahren beobachten, dass es gelungen sei, „den Dom mehr in die Mitte der Stadt zu holen“. Mittlerweile sei die Kirche ein „schönes Objekt der Stadtgeschichte“, die dort gemachten Angebote würden von den Brandenburgern gut angenommen.

Darauf hoffen die Veranstalter auch im Jubiläumsjahr – immerhin werden zur zeitgleich stattfindenden Bundesgartenschau rund 1,5 Millionen Menschen in der Stadt erwartet. Wer nach dem Rundgang über die Blumenausstellungen noch Zeit hat, könnte etwa zu einem der Orgelkonzerte mit Domorganisten aus aller Welt gehen, die über das ganze Jahr verteilt in dem gotischen Gotteshaus stattfinden.

Oder sich einen der Vorträge prominenter Referenten anhören: So werden Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD), der ehemalige Bundesverfassungsrichter Udo di Fabio, Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und Kirchentagsgeneralsekretärin Ellen Ueberschär im Laufe des Jahres im Brandenburger Dom zu Gast sein.

Und wer statt in der Kirchenbank lieber auf zwei Rädern durch die Lande schüsselt, für den findet der traditionelle Motorradfahrer-Gottesdienst der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz in diesem Jahr ebenfalls im Brandenburger Dom statt.  

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