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Spionage-Thriller : Auge in Auge mit Tom Hanks

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Wenn der Spionage-Thriller „St. James Place“ von Steven Spielberg nächstes Jahr in die Kinos kommt, wird darin auch ein bisschen Brandenburg zu sehen sein.

svz.de von
erstellt am 04.Jan.2015 | 08:17 Uhr

Wenn der Spionage-Thriller „St. James Place“ von Steven Spielberg nächstes Jahr in die Kinos kommt, wird darin nicht nur ein bisschen Erkner zu sehen sein, sondern auch ein Schauspieler, der lange bei den Razorbacks American Football gespielt hat: Nico Ehrenteit.

Der schlaksige junge Mann, dessen Vater Michael als Moderator vieler Veranstaltungen in Erkner bekannt ist, erzählt die Geschichte ganz unaufgeregt. Die Einladung zu einem Casting für einen Film mit so großen Namen – Hauptrolle Tom Hanks, Regie und Produktion Steven Spielberg, die Coen-Brüder am Drehbuch beteiligt – war schon etwas Besonderes. Nico Ehrenteit hatte schon zwei Auswahlrunden überstanden und war unter den letzten drei, als ihn eine Absage erreichte. Am nächsten Morgen rief seine Agentin wieder an – er hatte eine Zusage, aber für eine andere Rolle als die, für die er vorgespielt hatte.

Dann ging alles ziemlich schnell. Der 24-jährige Berliner wurde zur Kostümprobe ins Nobelhotel Ritz-Carlton am Potsdamer Platz gefahren, es folgten jeweils zwei Drehtage in Berlin-Rummelsburg und in Wroclaw, dem einstigen Breslau, wo Spielberg für seine Agenten-Geschichte aus dem Kalten Krieg die Berliner Mauer wieder aufbauen ließ. Tom Hanks spielt in dem Film, für den auch auf dem Gelände der S-Bahn-Werkstatt am Bahnhof Erkner gedreht wurde, einen amerikanischen Anwalt, der versucht, einen von den Sowjets gefangen genommenen US-Piloten frei zu bekommen. Nico Ehrenteits Rolle ist die eines Stasi-Mitarbeiters, der auf den Anwalt angesetzt wird. In einer Szene gibt er sich als Straßenstreuner aus und luchst dem Anwalt mit einer Finte den Mantel ab, in dem ein Buch mit vertraulichen Eintragungen steckt.

Etwa vier Minuten dauert die gedrehte Szene – wie viel davon in den Film kommt, zeigt sich beim Schneiden.

Tom Hanks traf Nico Ehrenteit zum ersten Mal am Set – allerdings nicht vor der Kamera: „Er stand im Pissoir neben mir.“ Spielberg begegnete Nico Ehrenteit erstmalig im Aufenthaltsraum. „Er kam auf mich zu und war nett.“ Die Stimmung an dem Set, das deutlich größer war als Nico Ehrenteit das gewohnt ist, sei entspannt gewesen. „Nervös war ich eigentlich vor allem, als ich zur Kostümprobe gefahren wurde“, sagt der junge Mime. Die Sicherheits-Vorkehrungen waren indes drastisch. Alle mussten ihre Telefone abgeben, seinen Text bekam er nur in einem eigens markierten Ausdruck – jede Weitergabe könnte sofort zurückverfolgt werden. Seine Rolle hat Nico Ehrenteit übrigens auf Deutsch gesprochen, mit Berliner Mundart – wie es das Drehbuch vorsieht. Wie das in der amerikanischen Endfassung aussieht, weiß Nico Ehrenteit nicht. Auch Hanks spricht an dieser Stelle einige – einstudierte – deutsche Sätze. Anders als Hanks verstehe Spielberg gut Deutsch. „Sein erster Satz zu mir war, dass eine seiner Töchter mit einem Deutschen zusammen ist“, erinnert er sich. Die Kommunikation am Set lief natürlich auf Englisch ab.

Für Nico Ehrenteit bedeutet das Engagement, das zwar eine gute, aber auch keine überragende Gage gebracht habe, natürlich einen Bekanntheitsschub. Inzwischen hat er, zwischen allerlei Theaterrollen, auch einen KZ-Wärter in einem französischen Film gespielt, und im März ist er im ARD-Abendprogramm zusehen – in der Hauptrolle des Films „Verdacht“, der im Sommer in Frankfurt/Main gedreht wurde.

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