Hauptstadtflughafen BER weiter unter Druck : Kabeltrassen nicht vor Juli fertig

Ein Bauzaun versperrt das Terminal des neuen Hauptstadtflughafens.
Ein Bauzaun versperrt das Terminal des neuen Hauptstadtflughafens.

Seit Jahren wird an der Brandmeldeanlage und den Kabeltrassen des Hauptstadtflughafens gewerkelt. Die Übergabe lässt auf sich warten.

svz.de von
12. März 2019, 20:00 Uhr

Die Kabeltrassen auf der Baustelle des neuen Hauptstadtflughafens werden voraussichtlich erst im Juli fertiggestellt. Dabei gebe es noch etliche Risiken, räumte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Montagabend im Flughafenausschuss des Brandenburger Landtags ein. Bei der unfertigen Brandmeldeanlage hofft er auf die Fertigstellung mit Prüfergebnis bis April. „Auch dabei gibt es noch einen möglichen Risikozuschlag“, sagte der Flughafenchef.

Geplante Eröffnung im Herbst 2020 fraglich

Damit gerät der Zeitplan für die geplante Eröffnung im Herbst 2020 weiter unter Druck. Erst nach der Fertigstellung beginnen die Wirkprüfungen, die zeigen müssen, dass alle Anlagen im Zusammenspiel funktionieren. Bis Herbst muss den Baubehörden die komplette Fertigstellung angezeigt werden, damit der Flughafen ein Jahr später starten kann.

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Lütke Daldrup räumte Fehler bei der Planung des Terminals 2 ein, in dem wegen steigender Fluggastzahlen nach der Inbetriebnahme des Hauptterminals jährlich sechs Millionen Passagiere vornehmlich der Billigflieger abgefertigt werden sollen. Dieses Terminal solle im Sommer 2020 im Rohbau fertig sein, so der Flughafenchef. Nach einem Bericht der „Berliner Morgenpost“ sollen sich die Kosten für das Terminal auf 200 Millionen Euro verdoppeln. Dazu äußerte sich Lütke Daldrup auf Nachfragen der Abgeordneten nicht. Er verwies aber auf eine Steigerung bei den Baukosten. Auch die Beauftragung eines Generalunternehmers habe zu einem Aufschlag geführt.

Als Konsequenz aus Fehlern bei der Planung von Terminal 2 werde für den ins Auge gefassten Terminal 3 eine Projektgesellschaft eingesetzt, so Lütke Daldrup. Von dieser unabhängigen Gesellschaft erwarte man eine bessere Planung. „Wir wollen aus unseren Fehlern lernen“, sagte der Flughafenchef.

Ausbau der Verkehrsanbindung dringend notwendig

Angesichts wachsender Fluggastzahlen forderten Kommunalpolitiker bei einer Anhörung im Ausschuss den Ausbau der Verkehrswege rund um den künftigen Hauptstadtflughafen. Dringend notwendig sei ein Ausbau der Autobahn 113 und der Bau weiterer Anschlussstellen, sagte der Landrat von Dahme-Spreewald, Stephan Loge (SPD). Auch der Regionalbahnverkehr nach Südbrandenburg müsse gestärkt werden. Dazu gehöre insbesondere der durchgehend zweigleisige Ausbau der Strecke zwischen Königs Wusterhausen und Cottbus, so Loge. Unterstützt wurden die Forderungen von der Landrätin von Teltow-Fläming, Kornelia Wehlan (Linke).

Zuvor hatte der Verkehrsexperte Bertram Teschner sein Gutachten zu erwarteten Verkehrsengpässen in der Flughafenregion im Ausschuss vorgestellt. Neben einer Steigerung der Fluggastzahlen auf 55 Millionen jährlich bis 2050 sei auch ein Anwachsen der Einwohnerzahl in der Region um den Flughafen zu erwarten, sagte Teschner. Hinzu kämen mindestens 135 000 neue Arbeitsplätze in der Region. Daher müssten die Autobahnen 100, 113 und 10 sowie der Bahn- und Busverkehr so schnell wie möglich ausgebaut werden, um einen Verkehrskollaps zu vermeiden.

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