Brandenburger Pädagogenverband : Mathematikprüfung war zu umfangreich

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Brandenburger Pädagogenverband stimmt in Diskussion um Abiturprüfung den Schülern zu

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08. Mai 2019, 05:00 Uhr

Zehntausende Schülerinnen und Schüler protestieren gegen das diesjährige Mathe-Abitur - für den Brandenburgischen Pädagogenverband ist das nachvollziehbar. „Das Abitur war zu umfangreich, zu unterrichtsfremd und an manchen Stellen bei Fragestellungen ungeschickt formuliert“, sagte Präsident Hartmut Stäker gestern der Deutschen Presseagentur. Er ist ausgebildeter Mathematik-Lehrer und zudem Zweitkorrektor bei den Prüfungen.

Lehrer braucht 15 Stunden für die Prüfung

Er sei die Prüfung selbst durchgegangen und habe dafür 15 Stunden gebraucht, die Schüler hätten dafür aber lediglich fünf Stunden zur Verfügung gehabt, erläuterte Stäker die Grundlagen seiner Einschätzung. Ein Großteil der Abiturienten hätte den Umfang gar nicht bewältigen können. Teilweise seien Fragestellungen unverständlich und nicht eindeutig gewesen. Auch hätten die geübten Aufgaben aus dem Unterricht und den Lehrbüchern nichts mit denen in der Prüfung zu tun gehabt. Das seien ganz andere Algorithmen gewesen.

Nach Ansicht des Landesverbandspräsidenten sollten die Prüfungen jetzt aber so durchgewunken werden. Nachprüfungen hätten auch in den vergangenen Jahren für die Schüler nichts gebracht. Die Kultusministerkonferenz sollte sich aber überlegen, was das Mathe-Abitur eigentlich sein soll: der höchste Abschluss der Allgemeinbildung oder der niedrigste Abschluss einer Spezialbildung.

Keine Anzeichen für Unregelmäßigkeiten

Das Brandenburger Bildungsministerium teilte auf Anfrage mit, die Prüfung im Land sei reibungslos verlaufen. Es hätten sich keine Anzeichen für Unregelmäßigkeiten ergeben. Das Ministerium wolle aber Hinweisen von Schülerinnen und Schülern auf angeblich zu schwierige Aufgaben nachgehen. Für das schriftliche Abitur im Fach Mathematik am 3. Mai waren rund 5700 Brandenburger Schülerinnen und Schüler gemeldet.

Am Wochenende hatten sich zunächst Zehntausende Schüler in Bayern, Niedersachsen, Bremen, Hamburg und dem Saarland, in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Thüringen und Sachsen-Anhalt über den Schwierigkeitsgrad der Aufgaben beschwert und mit Online-Petitionen an die Kultusministerien ihrer Länder gewandt.

Am Montag beteiligten sich dann auch Schüler aus Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein an den Protesten, so dass die Zahl der Unterschriften am Nachmittag bis auf rund 70 000 gestiegen war, davon allein rund 60 000 in Bayern. In Brandenburg haben bis gestern Mittag rund 340 Schülerinnen und Schüler unterschrieben.

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