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Brandenburg : 5000 Termine bei Fachärzten vergeben

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Servicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung legt Bilanz vor

Seit knapp zwei Jahren können sich Patienten über eine Servicestelle einen Facharzttermin vermitteln lassen. Die Bilanz des bei Brandenburger Ärztevertretern ungeliebten Projekts fällt gemischt aus. Patientenberater kritisieren unter anderem die kurzen Sprechzeiten. Pro Wochentag jeweils drei bis vier Stunden zumeist am Vormittag – wer Kontakt zur Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KV) aufnehmen will, dem bietet sich dafür ein recht schmales Zeitfenster. „Die Art der Erreichbarkeit ist nicht patientenfreundlich“, sagt Heike Morris von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland. „Da ist für mich fraglich, ob überhaupt erwünscht ist, dass jemand anruft.“ KV-Chef Peter Noack hatte die Terminvergabestelle von Anfang an als „vollkommen überflüssig“ abgelehnt. Heike Morris ärgert diese Sichtweise. „Wenn man die Servicestelle nicht gut darstellt, darf man sich nicht wundern, wenn die Nachfrage gering ist.“ Es sei vielleicht keine gute Idee, diese Aufgabe Stellen zu übertragen, die sie überhaupt nicht erledigen wollen.

Ende 2015 wurde die Ärzteschaft per Gesetz bundesweit dazu verpflichtet, den Versicherten innerhalb von vier Wochen einen Facharzttermin zu vermitteln. Voraussetzung ist, dass sie sich nicht wegen Routineuntersuchungen oder Bagatellerkrankungen an die Servicestelle wenden. Der Brandenburger Seniorenrat begrüßt das Angebot ausdrücklich. „Aber leider dauert es trotzdem oft zu lange, bis man einen Termin bekommt“, sagt Landeschef Wolfgang Puschmann. Seit April neu ist, dass die Stelle auch Termine für das Erstgespräch in einer Psychotherapeutischen Sprechstunde oder für eine Akutbehandlung vergibt. Laut eines Sprechers der Brandenburger KV habe man seit dem Start des Projekts Anfang 2016 knapp 5000 Termine vermittelt. Die Zahl der Anrufe bewege sich stets auf einem „überschaubaren Niveau“. Knapp 3000 Anrufern habe zudem „die notwendige Voraussetzung für eine Vermittlung“ gefehlt. Dazu gehört vor allem eine vom Hausarzt speziell gekennzeichnete Überweisung. Nur wer zum Augen- oder zum Frauenarzt will, kommt auch ohne diesen Schein zum Zug, muss sich jedoch zuvor einer Befragung durch die Telefonisten der Servicestelle stellen. Verlangt werden Angaben zu Art und Dauer der Beschwerden sowie zu den bisherigen Bemühungen, sich auf die klassische Art einen Termin zu organisieren.


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