Peitz : 500 Tonnen Silvesterkarpfen

Im seenreichen Brandenburg sind 32 Betriebe ansässig, die Karpfen züchten.  Einer davon ist die Peitzer Edelfisch Handelsgesellschaft.
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Im seenreichen Brandenburg sind 32 Betriebe ansässig, die Karpfen züchten. Einer davon ist die Peitzer Edelfisch Handelsgesellschaft.

Zum Jahresende steht der Speisefisch in Brandenburg hoch im Kurs: Doch spielen auch andere Fische das Jahr über eine Rolle

Fischereibetriebe in Brandenburg bereiten sich seit Wochen auf die Festtage vor. Die Silvesterkarpfen warten noch in großen Anlagen auf den Verkauf. „Es geht langsam los“, sagte Dietrich Kunkel, Geschäftsführer der Peitzer Edelfisch Handelsgesellschaft. „Hauptverkaufszeit ist eine Woche vor Weihnachten und die Woche zwischen Weihnachten und Silvester. Es sind ausreichend Karpfen da.“ Die Peitzer bringen rund 500 Tonnen auf den Markt.

Im vergangenen Jahr ernteten die 32 Brandenburger Betriebe, die Karpfen züchten, 703 Tonnen Speisekarpfen, wie aus dem Jahresbericht des Instituts für Binnenfischerei Potsdam-Sacrow hervorgeht, der jetzt vorgelegt wurde. „Mit der Produktion von Silvesterkarpfen liegt Brandenburg nach Sachsen und Bayern bundesweit auf dem dritten Platz“, sagt Lars Dettmann, Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes Brandenburg-Berlin.

Das seenreiche Brandenburg gilt als Hauptregion der erwerbsmäßigen Seen- und Flussfischerei in Deutschland; laut dem Jahresbericht stammen in diesen beiden Zweigen mehr als 40 Prozent des Fischfangs aus Brandenburg. „Im Jahr 2012 fingen Brandenburger Fischer etwa 1300 Tonnen, was gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung von mehr als 15 Prozent entspricht“, heißt es im Bericht. In dieser Zahl sind die Erträge aus Aquakulturen nicht enthalten.

Bundesweit holten Fischer und Angler mindestens rund 34 200 Tonnen Fisch an Land: aus Seen, Flüssen und Aquakulturen. Die erwirtschafteten Erlöse werden auf mindestens rund 100 Millionen Euro geschätzt. Mit Blick auf die Produktionsmenge und die erzielten Erlöse bleibe die Aquakultur der ertragreichste Zweig der deutschen Binnenfischer, hieß es. Unter Aquakultur wird die kontrollierte Fischaufzucht in Warmwasserteichen, Kalt- und Warmwasseranlagen und Netzgehegen zusammengefasst.

Am häufigsten zogen märkische Fischer und Angler sogenannte Futterfische aus dem Wasser: Fische, die nicht zum Verzehr bestimmt sind. Sie werden an Zootiere verfüttert – oder zu Fischmehl oder Fischöl verarbeitet. Dabei handle es sich beispielsweise um kleine Plötzen, Güster, Bleie oder Barsche, für die es keine Käufer gebe, erläutert Uwe Brämick, Autor des Jahresberichts zur Deutschen Binnenfischerei und -aquakultur 2012. „Sie werden teils bewusst gefangen, teils ist es einfach nur Beifang.“ Wenn es diese Arten in zu großer Menge gebe, habe das Auswirkungen auf Wasserqualität und Ökosystem, sagte Brämick. Da ihr Verkauf nicht viel einbringe, gebe es in Berlin und Brandenburg finanzielle Unterstützung dafür.

In der märkischen Fangtabelle von 2012 liegen Aale (113 Tonnen) und Hechte (107 Tonnen) auf dem zweiten und dritten Platz. Am Ende der Skala stehen Welse (11 Tonnen) sowie Krebse (2 Tonnen).

Als Probleme für die Fischwirtschaft in Brandenburg nennt der Bericht beispielsweise Schäden durch Kormorane, Biber, Grau- und Silberreiher.

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