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Im Zeichen von Martin Luther : 500 Mal Reformation in der Mark

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Auch das Brandenburger Kulturlandjahr 2017 steht im Zeichen von Martin Luther und des 500. Jahrestages seines Thesenanschlags

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erstellt am 28.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Das 500. Jubiläum der Reformation steht 2017 im Zentrum des Brandenburger Kulturlandjahres. Unter dem Motto „Wort & Wirkung. Luther und die Reformation in Brandenburg“ wird es am 5. Mai in Frankfurt (Oder) eröffnet. Geplant sind rund 300 Veranstaltungen, die sich „mit den spezifischen Orten und Umbrüchen der Reformation“ auseinandersetzen, sagte gestern Geschäftsführerin Brigitte Faber-Schmidt in Berlin.

Dazu zählen zentrale Ausstellungen im Potsdamer Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte und in der Marienkirche Frankfurt (Oder). In Jüterbog soll es die Aufführung eines Mysterienspiels und ein Open-Air-Kino mit Lutherfilmen geben, in Brandenburg (Havel) entsteht ein Reformationspfad. Auch eine Puppentheater-Tournee mit dem Titel „Legende Luther“ sei geplant.

Brandenburgs Kultusministerin Martina Münch (SPD) erklärte, 2017 sei Deutschland „ein bisschen im Reformationsfieber“. „Auch wenn Luther selbst nie in Brandenburg war, prägte die Reformation die Geschichte und den Alltag Brandenburgs nachhaltig“, sagte die Katholikin Münch. „Und zwar so nachhaltig, dass lange Zeit Brandenburg Preußen mit Protestantismus gleichgesetzt wurde.“

In Brandenburg würden viele Partner dafür sorgen, dass unter einem übergreifenden und verbindenden Motto ein umfassendes Kulturprogramm erwachse, so die Ministerin. Durch das Jubiläumsjahr würden alte Kirchen- und Klosteranlagen, historisch bedeutsame Orte und attraktive Museen in den Blickpunkt gerückt. „Fast 60 Prozent der Touristen kommen aus kulturellen Gründen nach Brandenburg“, sagte Münch.

Auch der Reformationsbeauftragte der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Pfarrer Bernd Krebs, begrüßte die Eröffnung des Kulturlandjahres. „Die Vielfalt der Veranstaltungen zeigt, dass das Land Brandenburg eine ganz eigene Reformationsgeschichte zu bieten hat.“

Der Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder), Martin Wilke, erinnerte daran, dass an der dortigen Universität Viadrina der Dominikaner Johann Tetzel versuchte, 100 Gegenthesen zu Martin Luther zu entwickeln. Danach sei Frankfurt aber zu einem Dreh- und Angelpunkt der Reformation geworden. 2017 wolle man in der Stadt zeigen, dass „Reformation ein gesellschaftliches Ereignis war, und das Leben in den Städten verändert hat“. Ein Schwerpunkt liege dabei auf dem Bürgertum, betonte der Oberbürgermeister.

Die Epitaphien, etwa in der Frankfurter Marienkirche, zeugten von einem selbstbewussten Bürgertum. Viele Frankfurter hätten für ihr Gotteshaus gespendet. Wilke sagte, dass man nach der Reformation an der Frankfurter Universität „offener gegenüber dem Judentum“ wurde. „Die Reformation insgesamt hat zur Offenheit beigetragen.“  


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