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Verkehr : 450 Millionen Euro für marode Straßen im Land

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Brandenburg fördert in diesem Jahr Ausbau von Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen

von
erstellt am 11.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Mit rund 450 Millionen Euro will das Land Brandenburg in diesem Jahr den Ausbau von Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen fördern. Das gab Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) gestern in Potsdam bekannt. Von dem Geld stammen 314 Millionen aus Bundesmitteln, und 137 Millionen Euro aus Landesmitteln. Dabei werden 2017 auch 22,5 Millionen aus dem von der rot-roten Koalition zu Beginn der Legislaturperiode versprochenen 100-Millionen-Programm zum Erhalt der Landesstraßen eingesetzt. „Wir wollen das Bauprogramm schrittweise hochfahren“, sagte Schneider. Ende 2017 sollen 80 Prozent der Maßnahmen dieses Programms in Angriff genommen worden sein.

Auch in der Prignitz stehen 2017 größere Straßenbaumaßnahmen an. Dies sind bei den Bundesstraßen die Ortsdurchfahrt Groß Pankow an der Bundesstraße 189, die offizielle Fertigstellung der Ortsdurchfahrt Premslin an der B5 sowie eine weitere Baustelle im Bereich der Kreuzung der B5 und der Kreisstraße 703. Die Ortsdurchfahrt Premslin und der noch nicht gänzlich fertiggestellte Knotenpunkt Schönfeld waren bereits kurz vor Weihnachten wieder für den Verkehr freigegeben worden.

Im Bereich der Landesstraßen steht die Ortsumgehung Breese im Bereich der L11 auf der Liste der insgesamt 157 Baumaßnahmen, die die Ministerin gestern vorstellte. „Die Sanierung von Ortsdurchfahrten ist kostenintensiver, als wenn man einfach nur Asphalt auf eine freie Strecke aufbringt“, sagte Schneider. „Aber sie ist auch ein Beitrag für mehr Lebensqualität und Verkehrssicherheit in den betroffenen Orten.“ Auf Nachfrage dieser Zeitung äußerte sich Schneider auch zu den weiteren Planungen für den Bau der Autobahn A 14: „Das Projekt ist finanziell abgesichert“, sagte Schneider. Die Planfeststellung für die Elbbrücke werde 2017 vermutlich abgeschlossen. Bei der Ortsumgehung von Wittenberge sei man dabei, nach Alternativrouten zu suchen. Derzeit sei noch nicht klar, wann das Planfeststellungsverfahren für diesen Bereich zum Abschluss komme.

Ein Problem, vor dem der Landesbetrieb Straßenwesen dagegen noch längere Zeit stehen wird, ist der Betonkrebs auf den Autobahnen: Die Verwendung schlechten Betons bei Neubauprojekten nach der Wende hat zu einer Alkali-Kieselsäure-Reaktion geführt. Der Straßenbelag bröckelt, es besteht Steinschlaggefahr. In Brandenburg betrifft das nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden des Landesbetriebs Straßenwesen, Albrecht Klein, 125 Kilometer Autobahnen, vor allem auf der A 2 und der A9. Doch auch zwischen Staakow und Freiwalde auf der A 13 finden in diesem Jahr Baumaßnahmen wegen Betonkrebs statt, insgesamt sind für die Sanierungen bis 2023 rund 180 Millionen Euro angesetzt.

Wenig Investitionen wird es 2017 dagegen im so genannten „Grünen Netz“ der am wenigsten genutzten Landesstraßen geben, das aus rund 50 Prozent des Brandenburger Straßennetzes besteht. „Da machen wir nur ausnahmsweise grundhaften Ausbau“, sagte Schneider. Generell werde nur die Befahrbarkeit der Straßen gesichert – „was auf Dauer aber keine Lösung ist.“ Das Ministerium strebe weiter die Abstufung solcher Straßen und die Abgabe an Landkreise und Kommunen an – woran weder die Kreise noch die Kommunen aufgrund der damit verbundenen Kosten Interesse haben.

 

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