206 Millionen Euro Starkregen-Schäden

Landkreis Oberhavel ist bisher am häufigsten betroffen / Alle Regionen gefährdet

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26. November 2019, 05:00 Uhr

Extreme Regenfälle haben von 2002 bis 2017 mehr als 44 000 Schäden an Wohngebäuden in Brandenburg verursacht. Besonders stark betroffen waren biser die Mitte, der Osten und Süden des Landes. Am häufigsten traten Schäden im Landkreis Oberhavel auf, wo im Schnitt 181 von 1000 Wohngebäuden durch besonders starke Regenfälle Schäden erlitten. Deren Beseitigung kostete durchschnittlich 8800 Euro. Auch in Frankfurt (oder), Dahme-Spreewald, Cottbus und Teltow-Fläming sorgten heftige Niederschläge besonders oft für vollgelaufene Keller, unterspülte Fundamente und durchnässte Wände. Zu diesem Ergebnis kamen vierjährige Forschungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft und des Deutschen Wetterdienstes. 866 Starkregenfälle verursachten in Brandenburg 206 Millionen Euro Schaden. Der teuerste Einzelschaden an einem Einfamilienhaus im Land betrug 187 000 Euro.

Auch wenn der Regen die Bewohner der Brandenburger Landkreise in den vergangenen 16 Jahren unterschiedlich heftig traf: „Unsere Untersuchung zeigt, dass jeder Ort in Deutschland quasi gleich stark von solch gefährlichen Regenmengen bedroht ist“, sagt Andreas Becker vom Deutschen Wetterdienst. „Gegenden, die im Untersuchungszeitraum nur wenige Schäden durch Starkregen erlebten, haben bislang schlicht Glück gehabt.“

Im Gegensatz zum Dauerregen über zwölf Stunden gibt es bei den kurzen, heftigen Regengüssen bis zu neun Stunden eine eher gleichmäßige Verteilung über ganz Deutschland. Das Forschungsprojekt zeigt, fass gerade die kurzen, heftigen Niederschläge besonders viele Schäden verursachen. Doch vor den Folgen sind in Brandenburg nur 34 Prozent der Hausbesitzer über eine Elementarschadenversicherung geschützt.

„So gut wie jedes Haus ist gegen Sturm und Hagel abgesichert, doch den Schutz gegen extreme Regenfälle vernachlässigen viele Hausbesitzer“, sagt Naturgefahrenexperte Oliver Hauner. „ Dabei können die heftigen Regenfälle Häuser bis zur Unbewohnbarkeit beschädigen.

Baukonstruktionsforscher Thomas Naumann mahnt mehr Unterstützung für Gebäudeeigentümern und kleineren Kommunen an, damit diese sich auf Starkregen vorbereiten können. Dieser komme fast ohne Vorwarnzeit, daher müssten Kommunen und Gebäudebesitzer diese Ereignisse vorplanen. Kleine Kommunen hätten kaum Ressourcen, sich ein Bild über Gefahrenpunkte bei Regenmassen zu machen, Bürger zu informieren und vorzusorgen, sagte der Forscher.

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