Bereitschaftsdienst : 116117 – Bundesweiter Notruf feiert Geburtstag

700 000 Märker wählten in fünf Jahren die Nummer des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes.
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700 000 Märker wählten in fünf Jahren die Nummer des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes.

Deutschlandweit einheitliche Bereitschaftsdienst-Nummer für Ärzte existiert seit fünf Jahren

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12. April 2017, 05:00 Uhr

Es ist Wochenende oder Feiertag, die Hausarztpraxis ist geschlossen. Doch plötzlich schießt die Hexe, die Rückenschmerzen sind nicht auszuhalten. Schleunigst muss ein Arzt her. Seit fünf Jahren ist für solche Fälle unter der einheitlichen Nummer 116117 der Ärztliche Bereitschaftsdienst erreichbar. Bei dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen gesundheitlichen Beschwerden wird so die medizinische Versorgung auch außerhalb der Sprechzeiten gewährleistet.

Eine Brandenburger Erfolgsgeschichte, sagt der ehemalige Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburgs (KVBB) Hans-Joachim Helming, der Initiator des Projekts war. Grund sei vor allem die deutschlandweite Einheitlichkeit. „Früher gab es bundesweit knapp 1000 unterschiedliche Rufnummern, über die der ärztliche Bereitschaftsdienst kontaktiert werden musste. Heute haben wir bundesweit die 116117.“

Davon wissen jedoch immer noch nur wenige. Knapp 700000 Brandenburger haben seit Mitte April 2012 die Nummer gewählt. Deutschlandweit waren es 6,2 Millionen Anrufer in den letzten fünf Jahren.

„Wir stellen immer wieder fest, dass die Nummer noch nicht fest in der Bevölkerung angekommen und zu wenig bekannt ist“, sagt Christian Wehry, Pressesprecher der KVBB. Häufig gingen Patienten bei grippalen Infekten mit steigendem Fieber oder schweren Magen-Darm-Durchfällen in die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses. Für diese meist nicht lebensbedrohlichen Beschwerden ist aber eigentlich der Ärztliche Bereitschaftsdienst gedacht. In der nächsten Zeit soll eine große Werbekampagne die Nummer bekannter machen, kündigt der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, an. Auch arbeite man an einer europaweit einheitlichen Erreichbarkeit unter dieser Ziffernfolge, heißt es weiter.

Doch was passiert eigentlich, wenn die 116117 gewählt wird? Zunächst klingelt in der per Ortung zugewiesenen Leitstelle das Telefon. „Medizinisch geschultes Personal nimmt den Anruf entgegen, fragt nach den Beschwerden und stellt die Schwere fest“, erklärt Wehry.

Bei Anzeichen, die auf einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hindeuten, ist der Ärztliche Bereitschaftsdienst die falsche Anlaufstelle. Dann wird sofort an die Rettungsstelle weiter geleitet. Anders bei Migräne oder Harnleiterentzündungen zum Beispiel, die so stark sind, dass sie nicht bis zum nächsten Werktag ausgehalten werden können. Dann vermittelt der Telefonist zur nächsten Bereitschaft. Rund 100 Ärzte sind an einem Sonnabend landesweit im Einsatz.

Seit mehreren Jahren gibt es in Brandenburg sechs Bereitschaftspraxen, die an Krankenhäuser gekoppelt sind und das Bereitschaftsangebot ergänzen. Oftmals werden die Patienten gebeten dorthin zu kommen. Doch gerade in den Randregionen Brandenburgs ist das schwierig, denn die Wege in die nächste Bereitschaftspraxis sind weit. „Dort behandelt der Arzt in der eigenen Praxis oder kommt auch in dringenden Fällen nach Hause“, sagt Wehry.

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