Feuerwehren in Brandenburg : 1000 Blauröcke weniger pro Jahr

Bei Großbränden wie hier im vergangenen Jahr nahe dem Bahnhof Frankfurt/Oder arbeiten ehrenamtliche und Berufsfeuerwehrleute eng zusammen.
Bei Großbränden wie hier im vergangenen Jahr nahe dem Bahnhof Frankfurt/Oder arbeiten ehrenamtliche und Berufsfeuerwehrleute eng zusammen.

Brandenburgs Feuerwehren sorgen sich um ihre Einsatzbereitschaft.

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29. November 2017, 05:00 Uhr

„Die Tageseinsatzbereitschaft wird in weiten Teilen des Landes nicht mehr von allen Feuerwehren gewährleistet“, sagte der Präsident des Landesfeuerwehrverbands, Werner-Siegwart Schippel, gestern dem „Prignitzer“. Derzeit gehe man davon aus, dass von den 38 000 Ehrenamtlichen Feuerwehrleuten 2020 nur noch 35 000 und 2025 nur noch 30 000 zur Verfügung stehen. Schuld daran sind die geburtenstarken Jahrgänge, die in diesen Jahren die Altersgrenze bei den Feuerwehren erreichen. „Wir verlieren momentan rund 1 000 Ehrenamtliche jährlich.“

Schippel und sein Verband fordern daher eine Verstärkung der Freiwilligen Feuerwehren durch hauptamtliche Kräfte. „Wir brauchen Hauptamtliche, die auf die Minute greifbar sind“, sagt Schippel. Es reiche nicht aus, wenn etwa eine Kommune auf ihrem Bauhof auch einige Feuerwehrleute beschäftige. „Wir brauchen Menschen, die wirklich in den Wachen arbeiten.“

Wie Schippel sagte, seien solche Forderungen auch in der neuen Brand- und Katastrophenschutzkonzeption des Landes berücksichtigt. „Die Richtung stimmt.“ Ein Entwurf befinde sich gegenwärtig in der Ressortabstimmung und solle im kommenden Jahr den Landtag erreichen. Unterstützung erhielten die Feuerwehren gestern im Landtag. „Es wird eine gemeinschaftliche Anstrengung geben müssen“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Daniel Kurth. „Und es wird nur funktionieren, wenn die Kommunen gucken, wie sie das Ehrenamt stärker unterstützen, auch durch hauptamtliche Kräfte.“

Man überlege derzeit, wie man die Freiwilligen Feuerwehren durch kommunale Bedienstete ergänzen könne. „Das sind dann Kollegen, die bei der Kommune beschäftigt sind, die sich um die Lehrgangsbeschickung und die Wartung der Ausrüstung kümmern und die bei Einsätzen vom Ehrenamt verstärkt werden.“ Zudem werde derzeit überlegt, wie die im Rahmen des kommunalen Investitionsprogramms angemeldeten Bedarfe von rund 23 Millionen Euro für Feuerwehrgerätehäuser vielleicht doch noch finanziert werden könnten. Auch Grünen-Fraktionschef Axel Vogel erklärte, man werde vor dem Hintergrund des demographischen Wandels nicht darum herumkommen, „wegbrechende Ehrenamtliche durch Hauptamtliche zu ergänzen.“

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