Versteigerung in Neuruppin : 1,6 Millionen für den Veritas-Park

Auch der Uhrenturm wurde heute versteigert.
Auch der Uhrenturm wurde heute versteigert.

Leipziger Unternehmen erhält Zuschlag für Wittenberger Nähmaschinenwerk

svz.de von
19. September 2017, 20:45 Uhr

Der Veritas-Park in Wittenberge ist gestern vor dem Amtsgericht Neuruppin versteigert worden. Das mehr als 150  000 Quadratmeter große Areal mit Werkgebäuden, zu denen auch der denkmalgeschützte Uhrenturm gehört, fand für 1,6 Millionen Euro einen neuen Eigentümer. Den Zuschlag für das frühere Nähmaschinenwerk erhielt die KBMI Primus Grundbesitz GmbH& Co. KG aus Leipzig.

„Jetzt gibt es einen Neuanfang“, versprach Marcus Tröger, der diese Summe für den künftigen Eigentümer geboten hatte. Er versprach, den Park „mit viel Initiative und Herzblut zu revitalisieren“. Welche Branchen sich dort ansiedeln könnten, wollte er noch nicht sagen. Insgesamt gab er sich optimistisch. „Wittenberge hat sich in den vergangenen fünf, sieben Jahren sehr gut entwickelt“, sagte Tröger. Der Neuanfang wird der KBMI erleichtert, weil mit der Versteigerung auch sämtliche Grundschulden entfallen. Sie belaufen sich auf rund elf Millionen Euro.

Die Zwangsversteigerung veranlasst hatte ein ebenfalls aus Leipzig stammendes Unternehmen, dessen Geschäftsführer zugleich Geschäftsführer beim künftigen Eigentümer ist. Es hatte nach eigenen Angaben für einen nicht genannten Preis Bankforderung in Höhe von rund 16 Millionen Euro aufgekauft, war aber mit dem Versteigerungserlös zufrieden. „Alles gut“, sagte ein Mitarbeiter am Rande des Termins.

Für Wittenberge war Kämmerer Jens Freitag nach Neuruppin gekommen. Auch die Stadt war dem Verfahren beigetreten, weil seit 2012 mehr als 160   000 Euro Grundsteuer sowie mehr als 50   000 Euro Säumniszuschläge nicht bezahlt worden waren. Auch diese Forderung hatte das Unternehmen aus Leipzig zuvor ausgeglichen. Dass es um den Park nicht gut stand, ist schon lange bekannt. Seit 1999 steht er bereits unter Zwangsverwaltung.

Um den Veritas-Park boten letztlich nur zwei der vier anwesenden Interessenten im Amtsgericht Neuruppin mit. Das Mindestgebot hatte – trotz eines Verkehrswertes von 230 000 Euro – bei mehr als 966   000 Euro gelegen. Grund waren die Kosten der langjährigen Zwangsverwaltung in Höhe von 695  000 Euro, die primär bedient werden müssen.

„Die Versteigerung ist die Chance für einen Neubeginn in diesem Industriepark“, wertete Wittenberges Bürgermeister Oliver Hermann den gestrigen Zuschlag. Er wirkte erleichtert. „Denn damit wird dort Entwicklung möglich, auch Förderprogramme können möglicherweise greifen.“

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