Zahlreiche Unfälle durch Sturmtief "Friederike" : Video: Schnee-Chaos sorgt für Beinahe-Katastrophe

<p>Auf vereister Straße verlor ein Busfahrer in Grevesmühlen die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Bus durchbrach einen Metallzaun und kam  wenige Meter vor einer Grundschule zum Stehen. </p>
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Auf vereister Straße verlor ein Busfahrer in Grevesmühlen die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Bus durchbrach einen Metallzaun und kam  wenige Meter vor einer Grundschule zum Stehen.

Unzählige Unfälle im Nordosten. Mindestens eine Tote. Bahnverkehr bundesweit eingeschränkt

svz.de von
18. Januar 2018, 15:06 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern hat sich die Lage auf den Straßen nach Sturmtief „Friederike“ wieder normalisiert. Es gebe keinerlei Vollsperrungen von wichtigen Straßen mehr, erklärten Polizeisprecher am Freitag in Rostock und Neubrandenburg. Auch im Bahnverkehr rollen fast alle Züge im Nordosten wieder, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn AG in Berlin sagte.

Einschränkungen müssten Bahnreisende allerdings noch zwischen Rostock und Hamburg hinnehmen, wo wegen der Probleme bei den Zugumläufen noch keine Fernzüge fahren. Wegen der vielen umgestürzten Bäume sei auch noch kein Zugverkehr zwischen Nassenheide und Oranienburg in Brandenburg möglich. Das führe dazu, dass Reisende - unter anderem zur Grünen Woche - von Rostock und Stralsund über Neustrelitz nach Berlin in Nassenheide in Busse umsteigen müssten.

Auf der Autobahn 11 von Stettin-Berlin war ein Lastwagenfahrer kurz hinter der Grenze bei Pomellen in Vorpommern in eine Leitplanke gerutscht und liegengeblieben. Der Lkw sollte am Freitag geborgen werden, Kraftfahrer kommen aber an dem Engpass vorbei.

In Wahrsow (Kreis Nordwestmecklenburg) fiel für Schüler am Freitag noch einmal der Unterricht aus. Das sei mit Blick auf die Wetterverhältnisse zum Schutz der Kinder entschieden worden, hieß es.

Der starke Schneefall hatte gestern im Nordosten für zahlreiche Behinderungen und auch für Unfälle gesorgt.  Beim schwersten Unfall bei Penzlin starb eine 61-jährige Autofahrerin.

Die Frau verlor auf der Bundesstraße 193 die Kontrolle über ihren Wagen, schleuderte gegen einen entgegenkommenden Lastwagen und dann in einen Graben, wie eine Polizeisprecherin in Neubrandenburg sagte. Dabei erlitt die Fahrerin tödliche Verletzungen. Zum Unfallzeitpunkt soll es schon geschneit haben. Vermutlich war der Wagen bei Peckatel am Abzweig nach Klein Vielen zu schnell unterwegs. Weitere Details seien nicht bekannt.

Foto: Susan Ebel

Knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt war ein Bus in Grevesmühlen. Dort hatte der Fahrer in einer vereisten Kurve die Kontrolle über den Bus  verloren, durchbrach einen Metallzaun und kam gerade noch rechtzeitig vor einer Grundschule zum Stehen. In dem Bus befanden sich zu dem Zeitpunkt keine Fahrgäste. Der Fahrer kam mit dem Schrecken davon. „Bis auf etwas verbogenes Blech ist nichts weiter passiert. Das sah dramatischer aus, als  es am Ende tatsächlich war“, sagte Volker Wittke von der Nahbus Nordwestmecklenburg GmbH.

Alle Informationen zum Sturmtief "Friederike" in unserem Liveblog.

<p>Unfall auf der Landesstraße 16 zwischen Mestlin und Lenschow</p>
Foto: Michael-Günther Bölsche

Unfall auf der Landesstraße 16 zwischen Mestlin und Lenschow

 

Auch auf der Landesstraße 16 zwischen Mestlin und Lenschow kam es zu einem Unfall. Die Fahrerin eines Daihatsu kam nach Polizeiangaben auf Grund der Schneeglätte nach links von der Straße ab und landete im Straßengraben. Zum Glück wurde sie nur leicht verletzt und „mutmaßlich mit einem leichten Schock zur Beobachtung ins Krankenhaus“, so ein Polizeibeamter vor Ort. Die Straße musste zur Unfallaufnahme und Bergung des Fahrzeugs kurzzeitig gesperrt werden.

<p>Schneefall und Schneeglätte sorgten für einen Stau auf der B 321 Orstausfahrt Schwerin in Richtung A14. Mehr als 30 Lastkraftwagen steckten auf der schneeglatten Fahrbahn fest.</p>
Foto: Volker Bohlmann

Schneefall und Schneeglätte sorgten für einen Stau auf der B 321 Orstausfahrt Schwerin in Richtung A14. Mehr als 30 Lastkraftwagen steckten auf der schneeglatten Fahrbahn fest.

 

Vor allem LKW kmmmen in den betroffenen Bereichen nicht mehr weiter. So blockierten sie z. B. auf einigen Abfahrten der A14, da sie weder vor, noch zurückkommen. Mehr als 30 Lastkraftwagen steckten auf der B 321 Orstausfahrt Schwerin auf der schneeglatten Fahrbahn fest. Nach zwei Stunden Wartezeit erfolgte der Einsatz des Winterdienstes.

Darüber hinaus kam es landesweit am Nachmittag zu hunderten Verkehrsunfällen, die meist glimpflich endeten.

So sah es in den jeweiligen Regionen in MV aus:

Allein beim Polizeipräsidium Rostock seien zwischen 10 und 17.30 Uhr mehr als 400 Notrufe aufgelaufen, hieß es am Donnerstagabend. Dabei seien rund 135 Unfälle gemeldet worden, überwiegend Blechschäden. Sechs Menschen wurden allerdings den Angaben zufolge verletzt, drei davon schwer. Außerdem habe es witterungsbedingte Stromausfälle, defekte Schrankanlagen sowie umgestürzte Bäume gegeben.

Auf dem Flughafen Rostock-Laage fiel der Flug nach Stuttgart aus, da dasselbe aus München kommende Flugzeug nicht wie geplant in Laage landete.

Von dem teils heftigen Schneefall war auch die Bahn in Mecklenburg-Vorpommern betroffen. Während in Nordrhein-Westfalen oder auch Niedersachsen der Zugverkehr komplett eingestellt wurde, waren es im Nordosten einzelne Strecken, auf denen nichts mehr ging. So fuhren witterungsbedingt zwischen Neustrelitz und Stralsund oder zwischen Büchen und Hamburg keine Züge mehr. Ausfälle gab es auch zwischen Schwerin und Ludwigslust sowie Richtung Norden zwischen Schwerin und Rehna.

Auch die Feuerwehren waren gefragt und mussten zahlreiche Äste und Bäume von Fahrbahnen räumen. Auf Grund des nassen und dadurch schweren Schnees waren diese umgestürzt und blockierten Fahrbahnen. So unter anderem im Landkreis Ludwigslust-Parchim auf der Landesstraße 09 bei Kuhlen-Wendorf, bei Pampin auf der Landesstraße 084 in Richtung Drefahl, bei Dargelütz und auf der Kreisstraße 135 nahe Dobbertin. Bei Langen Brüz in Richtung Gneven war außerdem ein Baum in einen Hochspannungsleitung gekippt und es kam zum Brand.

Das Wetter machte auch Schülern zu schaffen, die auf Schulbusse angewiesen waren. So musste nach Angaben von Nahbus Nordwestmecklenburg im Linien- und Schülerverkehr mit Verspätungen und Ausfällen gerechnet werden. Die Polizei bat die Bevölkerung, möglichst nicht mehr mit dem Auto zu fahren, um eine Eigen- und Fremdgefährdung auszuschließen.

Wie das Bildungsministerium in Schwerin mitteilte, sind Kinder und Jugendliche, die ihre Schule wegen widriger Witterungsverhältnisse nicht erreichen können, grundsätzlich entschuldigt. Letztlich müssten die Eltern entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schickten. Die Schulen seien geöffnet und der Unterricht finde statt.

Am späten Nachmittag beruhigte sich das Geschehen auf den Straßen im Westen des Landes, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Rostock in Waldeck berichtete. Die großen Straßen waren schon teilweise schneefrei. Der Westen Mecklenburg-Vorpommern sei glimpflich davongekommen, sagte er. Am Abend war es auch auf den Straßen in Vorpommern weitgehend ruhig. „Ein paar Unbelehrbare gibt es immer, die dann in den Graben rutschen“, erklärte ein Polizist vom Präsidium in Neubrandenburg.

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