Stralsund : Brennende Person: selbst verursachter Unfalltod möglich

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Foto: Stefan Tretropp

Nach dem Fund einer brennenden Leiche verdichten sich die Hinweise auf einen tragischen Unfall. Ein Obdachloser könnte sich an einem wärmenden Feuer entzündet haben. Es wäre der dritte, aus Osteuropa stammende Obdachlose, der in diesem Winter in MV umgekommen ist.

svz.de von
04. Februar 2018, 11:00 Uhr

Nach dem tragischen Tod eines Menschen, dessen brennende Leiche am Sonntagmorgen in Stralsund gefunden wurde, gibt es derzeit keine Hinweise auf eine Straftat. Eine Obduktion der Leiche am Montag habe keine Hinweise auf ein gewaltsames Einwirken ergeben.  Es könne sich um einen selbstverschuldeten Unfall handeln, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Stralsund, Martin Cloppenburg, am Montag. Dennoch werde zum jetzigen Zeitpunkt ein Verbrechen nicht vollständig ausgeschlossen.

Für die genaueren Todesumstände und die Identität des Toten müssten die abschließenden Obduktionsergebnisse und Untersuchungen eines Brandursachenermittlers abgewartet werden. Diese Untersuchungen könnten noch mehrere Tage dauern. Zur Aufklärung des Falls will die Polizei Videoaufnahmen eines nahen Parkhauses und einer Spielothek nutzen. Die Polizei sucht weiter nach Zeugen, die Hinweise geben könnten.

In sozialen Netzwerken wird darüber spekuliert, dass es sich bei dem Toten um einen aus Osteuropa stammenden obdachlosen Straßenmusiker handeln könnte, der am Frankenteich - dem Ort des Vorfalls - des Öfteren übernachtet haben soll und sich dort an einem Feuer versehentlich selbstentzündet haben könnte. Diese Ansätze würden geprüft, sagte Cloppenburg.

 

Wie eine Polizeisprecherin sagte, hat es dort in der jüngeren Vergangenheit mehrere Polizeieinsätze im Zusammenhang mit Brandunfällen gegeben, zuletzt am 1. Februar. An der Unglücksstelle gebe es zudem weder Hinweise auf Kampfspuren noch Anhaltspunkte dafür, dass der Mann mit Spiritus übergossen worden sein könnte.

Es wäre nicht der erste aus Osteuropa stammende Obdachlose, der in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Winter ums Leben gekommen ist. In einem Abrisshaus in Wolgast war Mitte Januar die Leiche eines 44-Jährigen gefunden worden. Obwohl das genaue Obduktionsergebnis noch aussteht,  gibt es auch diesem Mann keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. Im Dezember war in Rostock die Leiche eines 37-jährigen Polen gefunden worden.

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