Video : Schneechaos an Gründonnerstag im Nordosten

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Schnee statt Osterglocken: Im Nordosten Deutschlands hat es am Donnerstag noch einmal kräftig geschneit. Das brachte etliche Autofahrer ins Rutschen. Mehrere Menschen wurden bei Unfällen verletzt. Tauwetter ließ die späte weiße Pracht aber rasch schwinden.

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29. März 2018, 07:28 Uhr

Kurz vor Ostern hat sich der Winter in Mecklenburg-Vorpommern noch einmal zurückgemeldet und den Berufsverkehr vor allem im westlichen Mecklenburg und im Norden Vorpommerns behindert. Die Polizeipräsidien in Neubrandenburg und Rostock meldeten bis zum frühen Donnerstagnachmittag rund 70, meist witterungsbedingte Unfälle, bei denen mehr als zehn Menschen verletzt wurden. Die Autos seien von den Straßen gerutscht, an Leitplanken oder in Straßengräben gelandet, hieß es. Die Summe der Blechschäden erreichte nach ersten Schätzungen mehrere 100 000 Euro.

 

Die wetterbedingten Unfälle häuften sich unter anderem im Raum Stralsund. Hier waren einige Fahrer auf der verschneiten Fahrbahn offensichtlich zu schnell gefahren und im Straßengraben gelandet. Eine Autofahrerin auf der Bundesstraße 194 wurde dabei leicht verletzt.

Gegen 06:30 Uhr kam es zu einem weiteren Verkehrsunfall in der Ortslage Barth. Ein Lkw befuhr die Straße Trebin, als er offenbar aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit bei Straßenglätte in einer Linkskurve nach rechts von der Fahrbahn abkam und in einem Vorgarten eines Wohnhauses zum Stehen kam. Dabei entstand Sachschaden in Höhe von zirka 3.500 Euro. Personen kamen nach bisherigen Erkenntnissen hier nicht zu Schaden.

Auf der Landesstraße 301 ereignete sich ein Verkehrsunfall zwischen dem Kluiser Dreieck und Ramitz, bei dem ein Bus gegen 07:00 Uhr nach rechts von der Fahrbahn abkam und gegen einen Straßenbaum prallte. Der Bus, der sich auf einer Leerfahrt befand, musste nach bisherigen Erkenntnissen einem entgegenkommenden Pkw ausweichen, der vermutlich durch eine Windböe auf die Fahrbahn des Busses gedrückt wurde. Der 56-jährige Busfahrer wurde bei diesem Verkehrsunfall leichtverletzt. Der Sachschaden beläuft sich derzeit auf geschätzte 41.000 Euro.

Zu einer Vollsperrung kam es auf der Bundesstraße 5 bei Vellahn (Kreis Ludwigslust-Parchim). Auch eine Landstraße bei Kühlungsborn (Kreis Rostock) musste zunächst gesperrt werden. Es gab zahlreiche Unfälle mit querstehenden Lastwagen oder Fahrzeugen, die von der Fahrbahn abgekommen waren. Auch einige umgestürzte Bäume blockierten die Straßen im Berufsverkehr. So unter anderem in der Trammer Straße in Crivitz, in Mestlin Richtung Groß Niendorf, in Demen Richtung Wamckow. Auch auf der B 104 bei Weitendorf in Richtung Brüel musste ein Baum von der Fahrbahn geräumt werden.

Auch Rostock versank im Schnee: Starke Schneefälle und Temperaturen um den Gefrierpunkt hatten dafür gesorgt, dass die Hansestadt an der Ostsee eher wie ein Wintersportort im Süden des Landes anmutete. Die Schneedecke in der Region war teilweise mehr als zehn Zentimeter dick, so dass es vor allem auf den Straßen zu teils chaotischen Verhältnissen kam. Der Winterdienst war im Dauereinsatz. Doch die fleißigen Helfer konnten nicht überall gleichzeitig sein, so dass vor allem Lastwagen an einigen Stellen überhaupt keine Chance mehr hatten. In Rostock selbst etwa rutschte ein Tieflader, der einen Bagger transportierte, von einer verschneiten Straße in den Seitenraum; an einem ansteigenden Teilstück der B108 bei Dummerstorf ging kurz hinter einer Ampel für Brummis dann gar nichts mehr: Räder drehten durch, Lastwagen kämpften sich einige Meter vorwärts und rutschten dann wieder zurück. Die Lkw standen kreuz und quer auf der Bundesstraße, die Fahrer waren gefrustet, weil sie stundenlang nicht weiterkamen.

Wegen des starken Schneefalls ist zu erwarten, dass zahlreiche Äste und Kronen von Bäumen in der Rostocker Heide unter der Last des nassen, schweren Niederschlags abbrechen. Waldgebiete und insbesondere die Rostocker Heide sollten daher nur unter großer Vorsicht betreten werden, so das Stadtforstamt Rostock, das derzeit auch von Spaziergängen im tieferen Wald abrät. Die Stadtförsterinnen und -förster sind zwar derzeit bemüht, einen Teil des Schneebruchs wegzuräumen, vollständig wird dies aber erst nach den Osterfeiertagen möglich sein.
 

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