Prozess in Rostock : Ist er der Brandstifter vom Parkhaus?

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Foto: Stefan Tretropp

Fünf Autos auf Parkdeck in Flammen: 26-Jähriger muss sich vor Gericht verantworten

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20. Februar 2018, 17:50 Uhr

Ein 26 Jahre alter Mann muss sich vor dem Amtsgericht Rostock wegen der Brandstiftung in fünf Fällen verantworten. Norman L. wird vorgeworfen, Anfang November 2017 auf dem obersten Deck des Parkhauses am Warnow-Park in Lütten Klein fünf Autos angezündet zu haben. Der Angeklagte bestreitet die Tat.

Rückblick: Am 4. November 2017, kurz nach 1 Uhr, wird die Feuerwehr wegen eines Feuerscheins gerufen. Drei der fünf Wagen brennen vollständig aus, ein weiterer Pkw wird erheblich beschädigt, beim fünften Auto erlischt der gelegte Brand. Gesamtschaden: 125.000 Euro.

Vor Gericht bestreitet der wortkarge junge Mann die Tat und nennt stattdessen den Namen eines Mithäftlings aus der JVA Neustrelitz, der den wahren Täter kennen will. Die Staatsanwaltschaft sieht indes die Täterschaft beim 26-Jährigen eindeutig als erwiesen an – zu erdrückend seien die Beweise. So filmte die Überwachungskamera einen weißen Volvo, der um 1.03 Uhr in das Parkhaus fährt und es um 1.27 Uhr rasant wieder verlässt. Genau diesen Wagen hatte sich L. kurz zuvor von seinem Schwager geliehen. Kurz darauf wurde der Volvo in der Helsinkier Straße von einer zivilen Streife angehalten. Am Steuer Norman L.. „Er war in der Kontrolle nervös, außerdem roch es nach verbranntem Gummi“, sagt die Zivilpolizistin. Auch, als sie während der Kontrolle Knallgeräusche hört, die sich später als explodierte Autoreifen herausstellen, stellt sie keine Verbindung zwischen dem 26-Jähringen und den Bränden her.

Auffallend: „Wir stellten einen schwarzen Rußfleck an seiner Nase fest“, erinnert sich die Polizistin. Im Rahmen der Ermittlungen stellt die Kripo Reste von Schwämmen auf den verbrannten Reifen fest. Auf den Schwämmen wurde auch die DNA von Norman L. nachgewiesen. Bei der Abgabe des geliehenen Volvo beim Schwager fehlten jedoch genau diese Scheibenschwämme, dessen Reste schließlich verbrannt gefunden wurden.

Der Schwager von L. ist sich sicher: „Ich halte ihn nicht für den Brandstifter.“ Die Staatsanwaltschaft sieht das anders. Der Prozess wird am 7. März fortgesetzt.

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