Bluttat in Waren : Anwältin im Streit erschossen

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Mit drei Schüssen ist eine Anwältin in Waren an der Müritz getötet worden. Haftbefehl gegen 79-Jährigen wegen Mordes erlassen

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02. Februar 2018, 07:39 Uhr

Gegen den mutmaßlichen Todesschützen von Waren an der Müritz ist am Freitag Haftbefehl erlassen worden. „Es besteht der dringende Verdacht des heimtückischen Mordes“, sagte Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler, von der Neubrandenburger Staatsanwaltschaft.

Der 79-jährige Rentner war am späten Donnerstagabend von Spezialkräften der Polizei in einem Hochhaus in Waren-West festgenommen worden. Der Rentner leistete dabei keinen Widerstand. Er stehe im Verdacht, die 67-jährige Rechtsanwältin Gabriele B. am Donnerstag gegen 11.45 Uhr in deren Kanzlei in der Großen Mauerstraße am Rande der Innenstadt im Streit erschossen zu haben, so die Staatsanwaltschaft. Die Vorwürfe beruhen auf Zeugenaussagen und Hinweisen, die sich unter anderem aus Durchsuchungen am Donnerstagabend ergeben haben. Die Anordnung der Untersuchungshaft wird mit Fluchtgefahr begründet.

Die Ermittler gehen nach bisherigen Erkenntnissen davon aus, dass sich die Anwältin zum Tatzeitpunkt allein in ihrem Büro im dritten Stock des Geschäftshauses befand und nicht mit einem Angriff rechnete.

„Beide kannten sich vermutlich“, sagte Zeisler gegenüber unserer Redaktion. Ein mögliches Motiv für die Tat könnte in langjährigen vermögensrechtlichen Streitigkeiten zwischen dem Mann und dem Opfer bestanden haben. „Die Ermittlungen dazu sind allerdings noch nicht abgeschlossen“, so Zeisler.

Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe. Er habe nichts mit der Tat zu tun, sagte er in ersten Vernehmungen. Die Tatwaffe ist bisher noch nicht gefunden worden. Dagegen konnten drei Projektile am Tatort sichertgestellt werden.

 Erste Ergebnisse legten gestern auch die Rechtsmediziner des Institutes in Greifswald vor. Sie bestätigten, dass Gabriele B. an Schussverletzungen verstorben ist.

Angeblich wurde vor wenigen Wochen in die Kanzlei von eingebrochen und ein geringer Geldbetrag entwendet. Ob aber dieser Einbruch etwas mit dem Tötungsverbrechen zu tun hat, war gestern noch nicht bekannt.

Am Donnerstag hatten Mitarbeiter eines Versicherungsunternehmens im Erdgeschoss des Geschäftshauses zur Mittagszeit drei Schüsse aus der Kanzlei gehört und die Polizei informiert. Zeugen hätten beobachtet, wie ein älterer Mann mit einer Waffe aus dem Haus lief und sich auf seiner Flucht durch eine Hecke zwängte, hieß es.

Das Gebäude war danach durch herbeigerufene Beamte der Polizeiinspektion Neubrandenburg umstellt worden. Ein Großaufgebot der Polizei mit Hubschrauber und Fährtenhunden durchkämmte anschließend die Warener Innenstadt.

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