Anklam/Ueckermünde : Feuer in Ölmühle und Wohnhaus: Verdacht auf Brandstiftung

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Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach Bränden in Anklam und Ueckermünde.

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15. Juli 2019, 11:15 Uhr

Nach den beiden Bränden in der Ölmühle Anklam und einem Haus mit 40 Wohnungen in Ueckermünde (Vorpommern-Greifswald) ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Brandstiftung. Das sagte ein Sprecher der Behörde am Montag in Neubrandenburg. Die genauen Ursachen der Feuer seien aber noch nicht geklärt. Der Brandgutachter habe die Brandorte untersucht, wolle sich aber frühestens in einer Woche genauer äußern.

In Ueckermünde war das Feuer am Samstagabend im Dachstuhl des Wohnblocks ausgebrochen. Der Dachstuhl wurde komplett zerstört. Das Haus, in dem rund 80 Leute wohnten, ist unbewohnbar. Verletzt wurde niemand. In Anklam hatte es am Freitag in der Ölmühle am Hafen gebrannt.

Mieter müssen länger woanders wohnen

Die Rettung der Mieter in Ueckermünde war nach Angaben der Wohnungsgenossenschaft Ueckermünde eG dramatischer als bisher bekannt. So mussten nicht nur 20 Menschen, wie von der Polizei berichtet, sondern etwa 80 Menschen aus den 34 bewohnten Wohnungen gerettet werden, wie die Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft Mandy Falk sagte. Das Haus stammt aus dem Jahr 1963, war saniert und hatte im Dachstuhl einen Trockenboden für Wäsche, der frei zugänglich war.

«Wir mussten alle Ver- und Entsorgungsleitungen kappen», erklärte Falk. Deshalb und wegen der Wasserschäden werde mit etwa zwei bis drei Millionen Euro Schaden gerechnet. Die Mieter müssten länger anderweitig untergebracht werden. In der Stadt laufe auch eine Spendenaktion für die Betroffenen. «In dem Fall sind wir froh, dass wir noch einen gewissen Anteil leerstehender Wohnungen habe», sagte ein Stadtsprecher.

Zwei Feuerwehrleute verletzt

Beim Ölmühlenbrand wird fahrlässige Brandstiftung vermutet. Ermittlungen ergaben, dass kurz vor Brandausbruch noch Arbeiten in der Anlage liefen, wie ein Polizeisprecher sagte. Das Feuer war kurz nach Mittag ausgebrochen, so dass sich schwarze Rauchwolken über der Peene-Stadt bildeten. Die Flammen sollen in Bio-Filtern der Ölmühle ausgebrochen sein. Die Filteranlage grenzt unmittelbar an das Fabrikgebäude der Ölmühle, das ebenfalls Feuer fing.

Auch zwei Tanks mit rund 2500 Litern Diesel wurden dermaßen erhitzt, dass es zu einer Verpuffung kam. Eine größere Explosion hatte aber verhindert werden können. Bei dem Einsatz wurden zwei Feuerwehrleute verletzt. Den Schaden schätzt die Polizei hier auf rund eine Million Euro.

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