Terroranschlag in Barcelona : Reaktionen: Trump verweist auf gewalttätige Generals-Legende

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In Barcelona ist ein Lkw in eine Menschenmenge gerast. Die Reaktionen sind Mitgefühl und Bestürzung.

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erstellt am 17.Aug.2017 | 22:12 Uhr

Barcelona | Nach dem Anschlag von Barcelona hat US-Präsident Donald Trump nahegelegt, für den Kampf gegen Terrorismus die Methoden von General John Pershing zu studieren. Der - unbewiesenen und falschen - Legende nach soll Pershing auf den Philippinen 50 muslimische Gefangene mit Projektilen exekutiert haben, die er zuvor in Schweineblut getaucht hatte. Mit dem Blut der für gläubige Moslems unreinen Tiere sei ihnen der Weg ins Paradies versperrt gewesen. Trump: „Danach gab es 35 Jahre keinen islamistischen Terror mehr!“ Trump begann diese Legende im Wahlkampf 2016 mit großer Begeisterung zu zitieren, als er nach Siegen in ersten Bundesstaaten im Aufwind war. Laut Historikern gibt es nicht den geringsten Anlass, die Geschichte um Pershing für wahr zu halten.

 

In zahlreichen Reaktionen auf Trumps Tweet hieß es in US-Medien am Donnerstag, während die Welt noch um die Toten trauere, verweise der Präsident der Vereinigten Staaten auf eine Lüge, in der die Exekution Gefangener glorifiziert werde.

Papst Franziskus hat unterdessen den Opfern seine Anteilnahme ausgedrückt. Papst Franziskus verfolge mit „großer Sorge“, was in Barcelona passiere, erklärte Vatikan-Sprecher Greg Burke am Donnerstagabend. „Der Papst betet für die Opfer dieses Attentates und möchte dem ganzen spanischen Volk seine Nähe ausdrücken, besonders den Verletzten und den Familien der Opfer.“

Der spanische König Felipe VI. hat den Terroranschlag in der Innenstadt von Barcelona mit mindestens 13 Toten scharf verurteilt. „Das sind Mörder, einfach Kriminelle, die uns nicht terrorisieren werden“, schrieb der Palast am Donnerstagabend auf Twitter. Zugleich drückte der Hof seine Solidarität aus: „Ganz Spanien ist Barcelona. Die Ramblas werden wieder für alle da sein“.

Die Bürgermeister von Paris und Nizza haben nach dem Terroranschlag in Barcelona ihre Solidarität mit der spanischen Stadt bekundet. Die beiden französischen Städte waren in den vergangenen Jahren selbst von schweren Anschlägen erschüttert worden. „Trauer und Empörung angesichts des Terrorakts, der gerade in Barcelonageschehen ist“, schrieb die Pariser Stadtchefin Anne Hidalgo am Donnerstagabend auf Twitter. „Barcelona und Paris sind Städte des Teilens, der Liebe und der T oleranz. Diese Werte sind stärker als dieser abscheuliche und feige Terrorismus.“

 

Der Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, erklärte seinerseits auf Twitter: „Entsetzen nach der terroristischen Attacke in Barcelona. (...) Unterstützung für die Opfer dieses schändlichen Angriffs.“ Die Lieferwagen-Attacke in Barcelona weckt Erinnerungen an den Anschlag von Nizza: In der Mittelmeer-Stadt war am 14. Juli 2016 ein Lastwagen in eine Menschenmenge gerast und hatte 86 Menschen getötet.

Die deutsche Bundesregierung zeigte sich ebenfalls erschüttert über den Terroranschlag. „In tiefer Trauer sind wir bei den Opfern des widerwärtigen Anschlags in Barcelona“, schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstag auf Twitter. Man stehe in Solidarität und Freundschaft an der Seite der Spanier.

 

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg reagierte bestürzt. „Ich verurteile den furchtbaren Angriff in Barcelona. Meine Gedanken sind bei allen Betroffenen. Wir stehen vereint im Kampf gegen den Terrorismus“, erklärte Stoltenberg am Donnerstagabend über den Kurznachrichtendienst Twitter.

 

EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani schrieb auf Twitter: „Meine Solidarität mit den Opfern des terroristischen Anschlags von Barcelona. Volle Unterstützung für die Behörden.“ Die gesamte EU sei vereint in der Verteidigung des Friedens.

 

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström twitterte: „Furchtbare Nachrichten aus Barcelona. Gedanken sind bei Opfern und allen Betroffenen.“

 
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