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Ratgeber

18. November 2017 | 02:11 Uhr

Wiederverwertung : Zu schade für die Tonne

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Aus Plastikflaschen werden Stiefelspanner: Man kann sich der Umwelt zuliebe das Wegwerfen mancher Dinge sparen.

Nicht jeder Abfall ist Müll. Altes und Kaputtes lässt sich mit etwas Kreativität einfach wiederverwerten. Und das nicht nur, um Ressourcen zu schonen und Geld zu sparen, sondern einfach auch, weil sie die Lösung zu einem Alltagsproblem sind.

So ersetzen alte Plastikflaschen Stiefelspanner. Und in der Mitte oder der Länge nach durchgeschnitten, ersetzen sie wahlweise einen Blumentopf oder Blumenkasten. Halbiert und über Jungpflanzen gestülpt, fungieren sie wie Minigewächshäuser und schützen die Pflanzen vor Schnecken.

An heißen Tagen schließlich können sie mit Wasser gefüllt Pflanzen vor dem Austrocknen retten: „Mit einem Stück Stoff versehen oder Löchern im Deckel und kopfüber in den Topf gestellt, bekommt man so ein prima Dauerbewässerungssystem“, verrät Buchautor Kai Daniel Du.

Er sucht nach so simplen Ideen für Alltagslösungen, den Lifehacks. Damit bezeichnet man Ideen, mit denen sich Alltagshürden lösen lassen. Alte Strumpfhosen eignen sich etwa nicht nur zum Parkettputzen, weil sie Staub anziehen. „Über das Ende des Staubsaugerrohrs gestülpt, kann man damit Stifte, Ketten, Münzen und ähnlich filigrane Gegenstände unter dem Sofa hervorsaugen, ohne dass sie gleich im Staubsaugerbeutel verschwinden“, schlägt Du vor. „Bevor ich etwas Neues kaufe, überlege ich immer erst: Was habe ich im Haus, mit dem ich das Problem lösen könnte“, sagt Du. Das schont auf Dauer nicht nur den Geldbeutel. „Je mehr wir kaufen und wegwerfen, desto mehr belasten wir die Umwelt“, erklärt Nadine Schubert. Die Buchautorin verzichtet im Alltag bewusst auf Plastik.

So lassen sich viele leicht beschädigte oder aussortierte Dinge in einem anderen Kontext wiederverwenden. Altbekannt sind Tipps wie ausgediente T-Shirts aus Baumwolle als Putzlappen zu verwenden. Aber das hat abgesehen vom Umweltgedanken durchaus seinen ganz praktischen Nutzen: Baumwolle gilt als sehr saugfähig und ist fusselfrei.

Schubert empfiehlt sie für das Trockenreiben von Waschbecken, Duschkabine und Badewanne oder als Geschirrtücher. Und auch beim Schuheputzen kann man auf Ausgedientes aus dem Kleiderschrank zurückgreifen: „Alte Sweatshirts und Wollpullover sind gut zum Polieren von Schuhen geeignet“, sagt Liane Reichhart vom Landesverband Hessen des DHB-Netzwerks Haushalt.

Wer liebgewonnene Textilien nicht zum Saubermachen verwenden möchte, sollte sich mit dem Upcycling vertraut machen. Damit ist gemeint, dass man sich Abfall und Produktionsresten bedient und hochwertiges Neues herstellt. Aus den alten Klamotten kann man Decken, Topflappen oder Laptop- und Tablethüllen im Patchwork-Stil nähen. Alte Bettbezüge aus Leinen verleihen als Tischdecken Festtagstafeln ein besonderes Flair. Und aus Weinkorken lassen sich Pinnwände und Untersetzer gestalten: „Die Korken in gleichdicke Scheiben schneiden und auf Pappe kleben“, erläutert Reichhart.

Auch für Möbel eignet sich Ausrangiertes. Schubert bewahrt Zeitschriften in Weinkisten auf, eine in die Jahre gekommene Leiter hat sie zum Regal gemacht, ein altes Brett aus der Werkstatt ihres Vaters als Ablage an der Wand montiert.

Manchmal kommt es auch einfach darauf an, die Reste richtig zu verpacken, damit sie eben nicht nach Müll, sondern nach einem kreativen Alltagshelfer aussehen: Werden Milch- und Safttüten etwa mit Baumrinde beklebt, werden daraus rustikale Blumentöpfe, erklärt Reichhart. Aber auch andere Behälter lassen sich daraus fertigen, um Schlüssel, Stifte und Krimskrams darin aufzubewahren.

Gläser mit Schraubverschluss für das Aufbewahren von Speiseresten, Vorräten und sonstigem Alltagskram werden zum Hingucker im Regal, wird am oberen Brett eine Magnetleiste befestigt. Daran bleiben die metallischen Deckel hängen – und die Gläser schweben quasi.

Autorin: Melanie Öhlenbach

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