Weihnachtsbaum : Zu schade für den Müll

Ein Leben nach dem Fest: Weihnachtsbäume lassen sich auch nach den Feiertagen noch sinnvoll nutzen – oder auch recyceln.
Ein Leben nach dem Fest: Weihnachtsbäume lassen sich auch nach den Feiertagen noch sinnvoll nutzen – oder auch recyceln.

Wohin mit dem ausgedienten Weihnachtsbaum? Nach dem Fest lässt er sich auch vielseitig anders verwenden.

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18. Dezember 2017, 12:00 Uhr

Weihnachten ohne Weihnachtsbaum ist für viele hierzulande undenkbar. Festlich geschmückt und hell erleuchtet, sorgt ein frischer Nadelbaum für heimeliges Flair in der dunklen Jahreszeit. Doch wohin mit ihm, wenn die Feiertage vorüber sind?

Für den Müll ist er eigentlich viel zu schade – zumal er an die zehn Jahre braucht, um zu einem stattlichen Baum heranzuwachsen, so die Einschätzung von Catrin Fetz von der Organisation PEFC, die Holz- und Papierprodukte aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern zertifiziert. Denn: „Zum nachhaltigen Wirtschaften gehört auch, dass man einen Baum möglichst lange verwendet, bevor man ihn dem natürlichen Kreislauf wieder zuführt.“ Der alte Baum findet etwa Verwendung:

Als Deko-Element:

Mit Fantasie und Geschick bietet der Nadelbaum Do-it-yourself-Fans viele Optionen. „Im Gegensatz zu Eiche oder Buche ist Nadelholz recht weich und eignet sich gut zum Schnitzen“, erläutert Fetz. So lässt sich die oberste Etage zu einem Holzquirl umfunktionieren, mit dem sich etwa Wandfarben im Eimer umrühren lassen. Sobald der Farbmixer getrocknet ist, kann man diesen als dekorative Elemente im Blumenkübel oder Balkonkasten nutzen.

Im Flur:

Auch als Kleiderständer kann ein Weihnachtsbaum weiterleben. Die Ast-Achsen dienen als Haken, an denen auf verschiedene Ebenen Mäntel und Jacken, Taschen, Schals und Mützen hängen. „Wenn man den geschälten und abgeschmirgelten Stamm noch in weißer Kalkfarbe tüncht, sieht er schick und edel aus“, rät Fetz.

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Für Tiere:

Stärkere Zweige lassen sich auch zu Sitzstangen für Vögel oder kletterfreudige Haustiere umfunktionieren. „Das sorgt für ein bisschen Abwechslung im Käfig“, so Fetz. Auch größere Tiere freuen sich über Abwechslung im Gehege. Daher nehmen einige Wildtiergehege, Wildparks, Zoos und Förster Weihnachtsbäume an – als Spielzeug oder Futter etwa für Elefanten, Kamele, Hirsche oder Wisente. „Die Bäume dürfen nicht chemisch behandelt und müssen komplett abgeschmückt sein“, sagt Karl Görnhardt, Geschäftsführer des Deutschen Wildgehege Verbands. Ob die ausrangierten Nadelbäume willkommen sind, sollte man allerdings vorher abklären.

Im Freien:

Draußen im Garten kann altes Tannen- und Fichtengrün beispielsweise Beete und Blumenkästen vor Frost schützen. „Auch als winterlicher Grabschmuck machen sich die Zweige der Nadelbäume gut“, sagt Joachim Wuttke vom Umweltbundesamt. Eine weitere Möglichkeit: „Wer den Baum schreddern kann, kann mit dem Material die Beete mulchen“, sagt Philip Heldt von der Verbraucherzentrale NRW.

Auf dem Kompost:

Alte Zweige helfen bei der Kompostierung – vor allem wenn man dort viele Obst- und Gemüsereste entsorgt. „Küchenabfälle sind in der Regel sehr matschig. Mit Ästen als strukturierendes Material wird der Kompost besser durchlüftet und zersetzt sich besser“, erläutert Heldt. Auch die Überreste von Apfel, Karotte und Kartoffel leisten ihren Beitrag: „Feuchte Küchenabfälle sorgen dafür, dass die trockenen Zweige und Nadeln wieder feucht werden und besser von den zersetzenden Organismen angenommen werden.“ Doch nicht jeder Weihnachtsbaum ist für den Kompost geeignet. Magnus J. K. Wessel vom BUND rät, dort nur Bäume aus ökologischer Waldwirtschaft oder aus anerkannt ökologischen Weihnachtsbaumkulturen zu entsorgen. „So verhindert man, dass im Garten ein ungewolltes Pestizidendlager entsteht.“ Eine Übersicht zu FSC-zertifizierten Forstbetrieben und Baumschulen sowie Gärtnereien und Höfen, die nach Bio-Richtlinien produzieren, gibt es bei der Umweltschutzorganisation Robin Wood.

In Sammelstellen:

Wer keine Möglichkeit hat, den Baum selbst zu verwenden, kann ihn entsorgen lassen. Pfadfindergruppen, die Freiwillige Feuerwehr, Entsorgungsbetriebe und andere Organisationen sammeln in vielen Städten und Gemeinden die Bäume kurz nach dem Jahreswechsel ein. „Solche Sammlungen sind die beste Möglichkeit, den Baum ohne großen Aufwand loszuwerden. Die Termine findet man entweder im Abfallkalender oder in der Lokalzeitung“, sagt Heldt. Wer den Termin verpasst, kann den Baum auch bei Recyclinghöfen oder Annahmestellen für Grünschnitt abgeben.

Den ehemaligen Weihnachtsbaum im Wald zu entsorgen ist letztlich die schlechteste Lösung. „Dort würde er zwar verdorren, sich aber nur langsam zersetzen“, erklärt Wuttke. Somit handelt es sich um unerlaubt entsorgten Abfall.

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