zur Navigation springen

Ende der Winterzeit : Zeitumstellung - Das große Gähnen im Frühjahr

vom

Die Natur setzt im Frühling den Turbo ein, doch manche Menschen machen schlapp. Sie leiden unter Frühjahrsmüdigkeit. Der Wechsel von der Winter- zur Sommerzeit tut ein Übriges.

svz.de von
erstellt am 25.Mär.2011 | 08:22 Uhr

Die Natur setzt im Frühling den Turbo ein, doch manche Menschen machen schlapp. Sie leiden unter Frühjahrsmüdigkeit und damit unter Abgeschlagenheit, Kreislaufproblemen oder Müdigkeit. Der Wechsel von der Winter- zur Sommerzeit tut ein Übriges. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH-Allianz hat ergeben, dass fast die Hälfte der Befragten durch die Zeitumstellung Schlafprobleme hat. Doch das ändert nichts an den Fakten: Heute Nacht werden die Uhren um 2 Uhr um eine Stunde auf 3 Uhr vorgestellt.

Doch für die Frühjahrsmüden gibt es zwei gute Nachrichten. Erstens: Jeder Betroffene kann viel dafür tun, dass es ihm möglichst bald wieder gut geht. Zweitens: Die Symptome der Frühjahrsmüdigkeit verabschieden sich spätestens Ende April von alleine. "Im Mai ist das neue Gleichgewicht gefunden", verspricht der Mannheimer Mediziner Thomas Weiss - unter anderem Facharzt für Allgemeinmedizin und Psychotherapie.

Die Frühjahrsmüdigkeit ist ein Zeichen dafür, dass sich der Körper an die neuen Umstände - mehr UV-Strahlung und mehr Wärme - anpasst. Probleme damit haben vor allem kranke und alte Menschen, eher Frauen als Männer. Der ungewohnt viele Sonnenschein bringt den Hormonhaushalt in Aufruhr. "Wegen der UV-Strahlen wird mehr Serotonin ausgeschüttet", erklärt der Psychologe Michael Schellberg aus Hamburg. Serotonin gilt als das Glückshormon. Es dauert allerdings ein bisschen, bis das Serotonin den "Kampf" gegen das müde machende Hormon Melatonin gewonnen hat. Melatonin wird in den dunklen Wintermonaten vermehrt produziert. Dieses Ringen von Serotonin gegen Melatonin erschöpft den Körper. Auch die Blutgefäße müssen sich auf die warme Zeit einstellen. Sie weiten sich, der Blutdruck sinkt, und der Mensch wird müde. "Bei diesen Temperaturen im Frühjahr werden auch viele Bakterien aktiv", erklärt Schellberg einen weiteren möglichen Grund für die Müdigkeit. Der Mensch muss von einem Infekt gar nichts mitbekommen. Der Körper vermittelt nur ein schlappes Gefühl.

Die Stunde weniger bringt empfindliche Menschen für Tage oder sogar für Wochen aus ihrem Rhythmus. Denn jeder gesunde Mensch hat seine eigene innere Uhr. "Sie sitzt im Gehirn in der unteren Etage, und zwar im Hypothalamus", erklärt Prof. Horst-Werner Korf, Direktor des Senckenbergischen Instituts für Chronomedizin in Frankfurt/Main. Dort wird das vegetative Nervensystem gesteuert. Der Hypothalamus ist damit unter anderem mit für den Blutdruck, die Nahrungsaufnahme und für den Schlaf zuständig. Doch der Mensch ist diesen Anpassungsproblemen seines Körpers nicht hilflos ausgeliefert. Weiss empfiehlt unter anderem Wechselduschen, Bewegung und Sauna. Außerdem sollte man in der kühlen Jahreszeit ruhig mal ohne Jacke kurz vor die Tür gehen, etwa zum Briefkasten. "Das fördert die Anpassungsfähigkeit des Körpers", sagt er. Beim Saunagang ist es seiner Meinung nach gleichgültig, wie heiß es in dem Schwitzbad ist. "Entscheidend ist, dass danach die Kälte kommt."

Nützlich ist auch die richtige Einstellung zur Frühjahrsmüdigkeit. "Manche Menschen fühlen sich dem Frühjahr mit all seinen Aktivitäten noch nicht so richtig gewachsen", erklärt Schellberg. Sie haben sich in den Wintermonaten eingerichtet, es sich vielleicht zu Hause bei reichhaltiger Kost gemütlich gemacht. Im Frühjahr wird das Leben jedoch rundherum wieder aktiver: Bewegung ist angesagt - da verlängert so mancher lieber noch seine Winterruhe und flüchtet sich in die Frühjahrsmüdigkeit. Das kann er machen, schließlich vergeht sie nach Ansicht der Experten spätestens im Mai von allein. Aber Bewegung an der frischen Luft und leichte Ernährung kürzen das Elend jedoch ab.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen