Arbeiten im Ausland : Weltweit Berufserfahrung sammeln

England, Schweden oder Spanien: Ein Praktikum im Ausland macht sich gut im Lebenslauf.
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England, Schweden oder Spanien: Ein Praktikum im Ausland macht sich gut im Lebenslauf.

Als Praktikant im Ausland nicht nur Punkte für den Lebenslauf sammeln. Bei kommerziellen Anbietern sollte man genau hinsehen.

svz.de von
11. Juli 2015, 14:46 Uhr

Eine Zeit im Ausland gelebt zu haben, gehört für viele junge Akademiker dazu. Doch es muss nicht immer ein Studienaufenthalt sein: Ein Praktikum im Ausland bietet Einblicke in eine fremde Arbeitswelt. Das beeindruckt auch Personaler: „Von Ehemaligen hören wir oft, dass es sich bezahlt macht, wenn im Lebenslauf ein Praktikum an einem ungewöhnlichen Einsatzort steht“, sagt Karin Pankau. Sie ist Teamleiterin beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) in Bonn.

Der DAAD vermittelt Fachpraktika mit Bezug zum Studium oder einer wissenschaftlichen Tätigkeit.  Viele der Praktikumsstellen, die unter dem Dach des DAAD angeboten werden, liegen in Brasilien, Russland, Indien oder China. Doch nicht immer ist weit weg auch besser. „Viel wichtiger als der Exotikfaktor ist die Frage, was vor Ort gemacht wird“, erklärt Robert Helm-Pleuger. Er ist Berater bei dem Netzwerk Eurodesk in Bonn.

Das Netzwerk Eurodesk unterstützt alle, die einen Auslandsaufenthalt planen. „Egal, ob als Au-pair, Freiwilliger oder Praktikant“, erläutert Helm-Pleuger. Gerade für Jugendliche sei ein Praktikum oft nicht das Richtige: „Die meisten wollen vor allem Auslandserfahrung sammeln.“ In diesem Fall rät der Experte zu einem internationalen Freiwilligendienst. Auszubildende könnten dagegen von einem Auslandspraktikum durchaus profitieren. Sinnvoll sei das gegen Ende der Ausbildung: „Sonst landen die Jüngeren ohne Berufserfahrung nur hinterm Kopierer.“

Doch wie kommt man an das erhoffte Auslandspraktikum? Am einfachsten ist es, wenn es bereits Kooperationen an der Uni oder im Betrieb gibt. Gute Anlaufstellen für Azubis sind die Industrie- und Handelskammern. Für Hochschüler gibt es an den meisten Hochschulen eigene Beratungsstellen beim Akademischen Auslandsamt oder dem internationalen Büro.

Claudia Schönherr berät im Leonardo-Büro Sachsen in Dresden Studenten bei der Planung von Auslandspraktika. „Vor der Suche nach einem Praktikumsplatz sollte man herausfinden, welche Förderbedingungen eingehalten werden müssen“, sagt sie. „Sonst gibt es hinterher ein böses Erwachen.“ Das Leonardo-Büro Sachsen vermittelt für die 16 Hochschulen des Bundeslands Stipendien über das Programm „Erasmus+“. „Wir empfehlen auch Programme von Partnern wie AIESEC oder dem DAAD“, sagt Schönherr.  Zur Planung des Praktikums im Ausland gehört es auch, sich frühzeitig über die Finanzierung Gedanken zu machen.  Jeder Student kann die Erasmus-Förderung für maximal 360 Tage beanspruchen - jeweils während des Bachelor- oder Masterstudiums.

Dabei ist es egal, ob das Kontingent für ein Studium oder ein Praktikum im Ausland genutzt wird. „Die Bewerbung für ein Erasmus-Stipendium muss während des Studiums erfolgen“, sagt Schönherr. „Das Praktikum selbst kann aber bis zu zwölf Monate nach dem Studienabschluss gemacht werden.“ 

Der DAAD bietet  Praktika mit Hilfe internationaler Programme an. Die beiden größten, RISE und IAESTE, richten sich vor allem an Ingenieure und Naturwissenschaftler. „IAESTE vermittelt Praktikumsstellen aus 80 Mitgliedsländern“, erklärt Pankau. „Der Bewerber muss an einer deutschen Hochschule eingeschrieben sein, die Staatsangehörigkeit ist jedoch egal.“ Auf dem Markt für Auslandspraktika tummeln sich auch etliche kommerzielle Wettbewerber. Helm-Pleuger warnt: „Bei kommerziellen Anbietern sollte man sehr genau hinschauen, wofür Kosten entstehen.“  

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