Studienwahl : Welches Studium sich bezahlt macht

Unter den vielen Studienangeboten das richtige zu finden, ist nicht so leicht.
Unter den vielen Studienangeboten das richtige zu finden, ist nicht so leicht.

Studiengänge der Ingenieurwissenschaften, Medizin oder der Naturwissenschaften sind Garanten für höhere Einkommen

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20. Juni 2015, 08:00 Uhr

Was verdient man nach dem Abschluss? Bei der Studienwahl ist diese Frage für viele zweitrangig. Vor allem das Interesse zählt. Überrascht ist mancher dann, wie groß die Spanne zwischen den Einstiegsgehältern von Absolventen ist. Spätestens beim Berufseinstieg staunt mancher dann nicht schlecht, dass der Schulfreund in seinem Job ein Drittel mehr verdient. Das ist eine andere Einkommensklasse. Plötzlich ist Geld doch wichtig.

Bei der Studienwahl ist für viele das Interesse am Thema entscheidend, sagt Kolja Briedis. Er ist Mitarbeiter am Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW). Doch was wäre, wenn Studenten sich einzig an den Verdienstmöglichkeiten orientieren würden? „Ginge es ausschließlich nach dem Gehalt, sollte man sich für ein Studium der Ingenieurwissenschaften, Medizin oder für Naturwissenschaften entscheiden“, sagt Kerstin Koose. Sie ist Beraterin bei der Gehaltsdatenbank Personalmarkt. So kommen Absolventen der Ingenieurwissenschaften im Durchschnitt anfangs auf rund 51  000 Euro brutto pro Jahr, Mediziner auf 50  000 und Naturwissenschaftler auf rund 49  000 Einstiegsgehalt.

Juristen können ebenfalls mit hohen Einstiegsgehältern rechnen, so lange sie nicht bei einer sehr kleinen Firma oder Kanzlei anfangen.

Bei Jura-Absolventen ist die Note entscheidend, erläutert Kolja Briedis. „Mit einem Prädikatsexamen kann man in den Staatsdienst oder in die großen Kanzleien mit entsprechenden Karrieremöglichkeiten einsteigen.“ Wer mit einem durchschnittlichen oder unterdurchschnittlichen Examen abschließt, hat diese Möglichkeit nicht.

Informatik und Mathematik seien ebenfalls Erfolg versprechende Studiengänge, zählt Kerstin Koose auf: „Der Bedarf an Informatikern ist sehr hoch und der Studienabschluss oft weniger ausschlaggebend als spezielle Programmierkenntnisse.“ Lohnenswert ist nach wie vor außerdem ein Doktortitel: „Promovierte verdienen in fast allen Fächern im Durchschnitt besser“, erklärt Kolja Briedis.

Geht es nur nach dem Einstiegsgehalt, ist auch klar, für welche Branche sich Absolventen entscheiden müssen. Top-Branchen sind Chemie und Verfahrenstechnik, die Autoindustrie, Banken, Luftfahrt sowie die Pharmaindustrie. Hier liegen die durchschnittlichen Einstiegsgehälter zwischen rund 50  000 und 54  000 Euro pro Jahr. In diesen Bereichen bekommen Absolventen studienfachübergreifend mehr Geld als in anderen, erklärt Kerstin Koose.

Schließlich spielt die Unternehmensgröße bei der Höhe des Einstiegsgehalts eine Rolle, erläutert Karrierecoach und Buchautor Martin Wehrle. „Die Gehälter fallen umso höher aus, je größer ein Unternehmen ist.“ Geistes- und Gesellschaftswissenschaftler müssen sich auf geringere Gehaltsaussichten einstellen. Ein Sprach- und Kulturwissenschaftler kommt auf rund 33  000 Euro brutto Einstiegsgehalt.

Doch auch wenn es gut ist die Zahlen zu kennen: Wer sich für ein Studium entscheidet, sollte das Gehalt nicht in den Mittelpunkt stellen. Wer mit Leidenschaft arbeitet, wird früher oder später finanziell erfolgreich sein.

Johannes Steger

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