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Ratgeber

22. November 2017 | 08:29 Uhr

Serie : Welche Geldanlagen gibt es?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Teil 5: Um die richtige Wahl zu treffen, sollte man mehrere Faktoren kennen und beachten / Ein Überblick

svz.de von
erstellt am 27.Feb.2017 | 14:36 Uhr

Sparbuch, Tages- bzw. Festgeld, Aktien, Renten, Fonds, Zertifikate, Beteiligungen, Rohstoffe … Die Anzahl an Anlagemöglichkeiten sind sehr umfangreich und unterscheiden sich nicht nur in ihrer Funktionsweise und im Chancen-Risiko-Profil, sondern auch in den Kosten. Welche Anlagen für Ihre Bedürfnisse geeignet sind, hängt von vielen Faktoren ab.

Grundsätzliche Betrachtung

Geldvermögen können in zwei grundlegende Anlageformen investiert und der Wirtschaft zur Verfügung gestellt werden. Entweder leihen Sie jemandem (einer Bank, einer Person, einem Unternehmen) Geld – dann sind Sie Gläubiger. Diese Anlage nennt man Geldwertanlage. Oder Sie beteiligen sich an einem Unternehmen, Projekt oder einer Immobilie – dann sind Sie Teilhaber. Diese Anlage nennt man Sachwertanlage.

Der Gläubiger

Selbst als konventioneller Festgeldanleger überlassen Sie der Bank Geld mit der Maßgabe, für Sie einen geeigneten Schuldner zu finden. Im Sparvertrag (eigentlich Kreditvertrag) legen Sie mit der Bank die Laufzeit, den Zinssatz und die Termine der Zinszahlungen fest. Die Bank wiederum versucht nun, Ihr Geld – zusammen mit den Einlagen anderer Kunden – gestreut und möglichst ertragreich als Darlehen (Konsumenten-, Bau- und Unternehmerkredit oder Dispo) bei ihren Kunden zu platzieren. Gelder, die sie nicht direkt an Kunden weiterleitet, legt die Bank bei anderen Banken oder in Wertpapieren an. Immer in der Hoffnung, höhere Erträge zu erzielen, als sie nach Abzug der Verwaltungs- und Risikokosten an Sie zahlen muss.

Alternativ können Sie die Bank als Vermittler ausschalten, indem Sie sich selber einen Kreditnehmer suchen. Entweder über den Kauf einer Bankanleihe, Staats- oder Unternehmensanleihe, die Sie als Wertpapier an der Börse erwerben. Oder Sie suchen sich einen Schuldner bei einer der vielen Onlineplattformen für Privatkredite, die in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden wuchsen.

All diese Anlagen haben eines gemeinsam. Sie sind Gläubiger und erhalten eine klar definierte und begrenzte Rendite, wenn die Anlage nebst Zinsen pünktlich und vollumfänglich vom Schuldner an Sie zurückgezahlt wird. Während der Laufzeit – speziell bei den Anleihen – können bei vorzeitigem Verkauf durch Kursgewinne/-verluste Mehr- oder auch Minderrenditen erzielt werden.

Die Höhe der Rendite ist abhängig von der Laufzeit, der Verfügbarkeit und dem implizierten Ausfallrisiko der Anlage.

Der Aktionär

Wenn Sie hingegen Ihr Geld in Aktien investieren, dann sind Sie Miteigentümer am Stammkapital des Unternehmens. Sie erhalten je nach Aktienart Stimmrechte und werden am Erfolg des Unternehmens über eine Dividende direkt und über den Aktienkurs indirekt beteiligt. Als Aktionär können Sie darüber hinaus im Rahmen Ihrer Stimmrechte Einfluss auf Entscheidungen, wie die Entlastung des Vorstandes, die Verwendung von Bilanzgewinnen (Beispiel Dividenden) und geplante Kapitalmaßnahmen nehmen. Die Kursentwicklung der Aktie (als Teil der Rendite) können Sie jedoch nicht direkt beeinflussen.

Die Rendite ist also unbestimmt und stark von der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens, der allgemeinen Konjunktur sowie der Einschätzung anderer Marktteilnehmer abhängig, die den Kurs der Aktie an der Börse aufgrund von fundierten, rationellen aber auch aus rein spekulativen Gründen stark durch Käufe und Verkäufe bewegen. Im aktuellen Kurs der Aktien spiegelt sich also die Gesamtheit aller Marktmeinungen wider.

Fonds

Ein Offener Investmentfonds (kurz Fonds) ist ein Anlagekonstrukt, bei der eine Kapitalanlagegesellschaft (KAG) Anlegergelder sammelt und in einem Sondervermögen (Investmentfonds) bündelt. Nach vorher festgelegten Anlagekriterien wird nun das Geld in Anleihen, Aktien, Immobilien oder im Geldmarkt investiert. Durch die Streuung der Anlage auf verschiedene Anlagegegenstände wird das Risiko gegenüber einer Einzelanlage (Einzelaktie, einzelne Anleihe) reduziert.

Mit dem Kauf eines Fondsanteiles werden Sie Miteigentümer am Sondervermögen und haben Anspruch auf Gewinnbeteiligung und Anteilsrückgabe zum jeweils gültigen Rücknahmepreis. Der Rücknahmepreis wird berechnet, indem man das gesamte Fondsvermögen durch die Anzahl der ausgegebenen Fondsanteile dividiert.

Fonds unterscheiden sich nach Region, Branche, Anlageuniversum und Anlagestrategie. Somit gibt es neben den reinen Aktien-, Renten- und Immobilienfonds auch Mischfonds, die sowohl in Aktien als auch in Renten investieren dürfen. Als Dachfonds hingegen bezeichnet man die Fonds, die nicht in Einzelwerte, sondern in einzelne Fonds investieren.

Tipp

Für den langfristig orientierten Kleinanleger und Sparer sind Investments in Fonds besser geeignet als Einzelinvestments in Aktien bzw. Anleihen. Schon mit kleinen Beträgen (in der Regel ab 250 Euro Einmalanlage bzw. 25 Euro monatlicher Sparbetrag) können Sie über Fonds vergleichsweise kostengünstig sehr breit gestreut Geld in Geld- und/oder Sachwerte anlegen. Fast für jeden Anlegertyp gibt es aus dem Angebot von über 8000 in Deutschland zugelassenen Investmentfonds einen für Sie geeigneten. Einzelaktien hingegen sind reine Spekulationsanlagen. Erst ab 6-stelligen Anlagebeträgen lohnt sich der aufwändige Prozess der Einzeltitelauswahl.

Beratung ist wichtig

Bevor Sie jedoch Gelder in Fonds investieren, sollten Sie sich eingehend beraten und aufklären lassen. 

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