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Was sich mit dem Rundfunkbeitrag alles ändert

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erstellt am 29.Okt.2012 | 06:06 Uhr

Was kommt auf die bisherigen Gebührenzahler zu?

Die Sender gehen davon aus, dass sich für neun von zehn der bisherigen "Beitragszahler" nichts verändert: Sie werden einfach von der Gebühr auf den Beitrag umgestellt, der weiterhin 17,98 Euro im Monat kosten wird. Wer bisher kein TV-Gerät angemeldet hatte, muss künftig mehr als die bisherige Grundgebühr etwa für ein Radio zahlen. Die wird fortan pro Wohnung fällig - egal, wie viele Menschen dort leben. Das heißt aber auch: Anders als die Rundfunkgebühr muss den Rundfunkbeitrag auch zahlen, wer gar keine "Rundfunkempfangsgeräte" besitzt. Schwarzseher soll es dann nicht mehr geben können.

Müssen Familien und Wohngemeinschaften mehrere Beiträge zahlen?

Der Rundfunkbeitrag fällt pro Wohnung nur einmal an. Allerdings darf die bisherige Gebühreneinzugszentrale keine Datenbank über die Wohnverhältnisse der Deutschen führen. Sie erfährt etwa über die Einwohnermeldeämter allein, wer unter welcher Anschrift zu erreichen ist. Nur einer muss beim künftigen Beitragsservice angemeldet sein und den Beitrag für die Wohnung zahlen. Sind bisher mehrere Bewohner angemeldet, muss angegeben werden, wer den Beitrag für die Wohnung zahlt. Das geht schon jetzt per Brief an die GEZ in 50439 Köln - idealerweise mit Angabe der "Teilnehmernummern". Eventuelle Doppelbeiträge kann man bis Ende 2014 zurückfordern.

Was wird mit der Systemumstellung aus der Gebühreneinzugszentrale?

Die GEZ ist mit der Systemumstellung passé - allerdings lediglich ihr Name. Vom 1. Januar 2013 an heißt sie Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio. Er wird die Haupteinnahmen der Sender einziehen und den Datenbestand pflegen.

Wenn es künftig egal ist, wer TV- und Radiogeräte hat: Klingelt die GEZ dann nicht mehr an Türen?

Die GEZ hat streng genommen nie an den Wohnungstüren geklingelt. Diese Form des Außendienstes war stets Aufgabe der neun ARD-Anstalten und fällt nun tatsächlich weg. Mit dem neuen Modell interessiert es die Sender künftig schlichtweg nicht mehr, wer TV- und Radiogeräte in den Räumen unterhält, sie aber noch nicht angemeldet hat. Dieses Klinkenputzen ist damit Geschichte.

Was passiert mit denen, die sich bisher vor der Rundfunkgebühr gedrückt haben, den sogenannten Schwarzsehern?

Die Umstellung von der Rundfunkgebühr auf den Rundfunkbeitrag ist ein Bruch, auch bei der Datengrundlage. Weil die Gebühr gerätebezogen war, der Beitrag aber wohnungsbezogen sein wird, arbeitet die bisherige GEZ vom Jahreswechsel an mit einem anderen Datensatz. Die ARD hat bereits erklärt, dass sich neue Rückforderungen dann erst vom Januar 2013 an ergeben können - schlichtweg, weil neue Daten zu Schwarzsehern aus der Ära der Rundfunkgebühr nicht mehr anfallen. Außerdem wäre es so gut wie unmöglich zu beweisen, dass jemand vor Jahren Rundfunkgeräte bereitgehalten hat.

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