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Ratgeber

21. Oktober 2017 | 12:36 Uhr

Vor der Hitze im Büro sein

vom

svz.de von
erstellt am 27.Jun.2011 | 05:31 Uhr

Temperaturen von 30 Grad Celsius und mehr - heute soll der heißeste Tag des Jahres werden. Kleine Tricks helfen, die Hitze besser zu ertragen.

Abends warm essen

An heißen Sommertagen wird die warme Mahlzeit am besten auf die Abendstunden verschoben. Ein Salat ist mittags besser für die Verdauung. Allerdings sollte das Dressing nicht zu kalorienreich sein, rät Elektra Polychronidou vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam. "Käse, Thunfisch und Ei sind in Ordnung - es kommt auf die Menge an." Als Zwischenmahlzeiten eigneten sich Obst und Gemüse. Ansonsten gilt: Mindestens 1,5 Liter trinken. Suppen und Eintöpfe helfen zusätzlich, den Flüssigkeitshaushalt bei Hitze im Gleichgewicht zu halten.

Tipps für Anzugträger

In Hemd und Jackett kann es manchmal ganz schön warm werden. Der Berliner Stiltrainer Jan Schaumann empfiehlt Anzugträgern, sich in so einem Fall nicht unnötig zu quälen. "Wer schwitzt, fühlt sich unwohl - und dieses Unbehagen überträgt sich auf sein Umfeld", sagt er.

In beruflichen Besprechungen könne man durchaus zu Anfang fragen, ob alle damit einverstanden wären, wenn man in Anbetracht der hohen Temperaturen die Jacken auszieht. "Unter Umständen könnte man auch vorab dem Teamleiter diesen Vorschlag machen, damit der ihn in der Runde unterbreitet", sagt Schaumann. Auch den Schlips könne man unter Umständen ablegen - die Krawatte zu lockern sei hingegen stillos. "Eine Krawatte trägt man entweder richtig oder gar nicht", betont der Stiltrainer.

Nicht jeder darf viel trinken

Viel trinken hilft viel bei Hitze - aber nicht jedem. Menschen mit Herz-Kreislauf-Krankheiten dürfen ihrem Körper nicht unbegrenzt Flüssigkeit zuführen, denn dies könne für sie lebensbedrohlich sein, warnt Sebastian Dieckmann von der tropenmedizinischen Ambulanz in Berlin. Die Flüssigkeit fülle das Kreislaufsystem, damit der Blutdruck nicht sinkt und der Mensch nicht umkippt. Wer aber Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Beschwerden nimmt, sollte seinen Arzt fragen, wie viel er maximal trinken darf.Bei Temperaturen von rund 30 Grad könne davon ausgegangen werden, dass der Mensch einen täglichen Mehrbedarf von rund zwei Litern habe. Einem Herzkranken könne diese Menge aber schaden.

Arbeitszeiten verlagern

Um der Hitze im Büro zu entgehen, sind verlagerte Arbeitszeiten eine gute Lösung. So könnten Mitarbeiter mit ihrem Chef zum Beispiel vereinbaren, dass sie früher anfangen und dafür eher Feierabend machen dürfen. Das empfiehlt die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft in Hamburg. Auf diese Weise müssten Büromitarbeiter nicht so lange in der heißen Nachmittagssonne schmoren. Alternativ empfehle es sich, eine verlängerte Mittagspause einzulegen und die dafür benötigte Zeit vor- oder nachzuarbeiten.

Im Auto kurz Umluft an

Autofahrer sollten ihre Klimaanlage bei hohen Temperaturen nur in den ersten Fahrminuten auf Umluft stellen. Hat der Wagen eine Weile in der Sonne gestanden, staue sich die Hitze im Innenraum, erklärt Maximilian Maurer vom ADAC. Drinnen sei die Temperatur dann viel höher als draußen. Steht die Klimaanlage auf Umluft, kühlt sie die bereits gekühlte Luft im Innenraum immer wieder neu. Das sorge zwar schnell für niedrigere Temperaturen, lasse aber auch den Kohlendioxidgehalt im Auto steigen, weil keine frische Luft einströmt. Daher sollten Fahrer die Umluft-Funktion nach den ersten hundert Metern ausschalten und die Klimaanlage normal arbeiten lassen.

Keine Insektizide spritzen

Wer Schädlinge an Pflanzen bekämpfen will, sollte dies nicht bei Hitze tun. Dabei sei es egal, ob eine hausgemachte Schmierseifenlösung oder ein käufliches Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden soll, so die Gartenakademie Rheinland-Pfalz. Schon bei Temperaturen über 22 Grad Celsius könne sich die Wirksamkeit von Insektizid-Behandlungen deutlich verschlechtern. Dies liegt nach Auskunft der Fachleute an verschiedenen Faktoren: So könnten Wirkstoffe sehr schnell antrocknen. Das verringert ihre Wirkung. Bei einer hohen UV-Strahlung wird der Wirkstoff außerdem schneller abgebaut. Manche Insekten sind sogar in der Lage, bei Temperaturen über 25 Grad Celsius selbst üblicherweise wirksame Stoffe wie Pyrethrine in ihrem Körper abzubauen. Nicht zuletzt können vor allem ölhaltige Präparate bei direkter Sonneneinstrahlung die Pflanze schädigen.

Nicht mittags Gassi gehen

Spaziergänge mit dem Hund sollten sich im Hochsommer auf den Morgen und Abend beschränken. "Die Mittagshitze ist tabu", so Prof. Theodor Mantel. Das gilt vor allem für Rassen mit langem Haar und dichtem Unterfell. Mit der Hitze ist nicht zu spaßen: Weil Hunde anders als Menschen nicht durch Schwitzen ihre Temperatur regulieren können, sind sie bei sehr hohen Temperaturen akut gefährdet: "Es kann bei ihnen dann zu einem Hitzekollaps kommen", erläuterte der Präsident der Bundestierärztekammer. "Daran können Hunde durchaus sterben." Hundehalter sollten deshalb ihren Vierbeiner im Blick behalten: Anzeichen dafür, dass er kollabieren könnte, sind zum Beispiel deutliches Hecheln und flacher Atem. Noch klarere Warnsignale sind Taumeln und Erbrechen. "Der Hund sollte dann so schnell wie möglich ins Kühle gebracht werden", rät Prof. Mantel. Hilfreich kann dann auch sein, ihn zum Beispiel mit einer feuchten Decke zu kühlen.

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