Verbraucher : Unter Strom: Wechsel lohnt sich

Ein Wechsel des Stromanbieters kann sich bezahlt machen.
Ein Wechsel des Stromanbieters kann sich bezahlt machen.

Der Preis sinkt zwar nur wenig, dennoch kann ein Anbieterwechsel vernünftig sein. Der neue Lieferant sollte aber gut geprüft werden.

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03. August 2015, 23:40 Uhr

Laptop, Nachttischlampe und Waschmaschine haben eins gemeinsam: Sie brauchen Strom. Und das kostet Geld. Doch es gibt genug Sparpotenzial. Vor allem wenn – wie derzeit – die Preise sinken. Das Verbraucherportal Verivox aus Heidelberg meldet, dass der Strom im Vergleich zum vergangenen Jahr um durchschnittlich sechs Prozent günstiger geworden ist – berechnet an einem Musterhaushalt-Verbrauch von 4000 Kilowattstunden pro Jahr. „Das ist noch nicht die ganz große Entlastung“, sagt Florian Krüger, Sprecher von Verivox. Aber es sei das erste Mal seit Jahren, dass die Preise überhaupt sinken. Auch Daniel Friedheim von Check24 in München bestätigt sinkende Preise: „Auf einem sehr hohen Niveau hat es sich leicht verbessert.“

Wer senkt die Preise?

Leider nicht jeder Anbieter in gleichem Maß. Laut Verivox sind örtliche Grundversorger in den vergangenen zwölf Monaten nur ein bis maximal zwei Prozent günstiger geworden. „Viele regionale Anbieter geben die Strompreissenkungen nicht weiter“, sagt Wolfram Hey, Energieberater der Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam. „Es beschränkt sich auf einige große Anbieter, die nicht überall vertreten sind.“

Für wen lohnt sich ein Wechsel?

Grundsätzlich für jeden. Ein Wechsel lohne sich insbesondere für diejenigen, die bisher immer bei demselben Versorger waren, sagt Hey. „Dann beziehen sie in der Regel über den örtlichen Grundversorger Strom zum Grundtarif, und das ist meist die teuerste Variante.“ Das bestätigt Verivox: Ein Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 kWh pro Jahr könne im Vergleich zum Basistarif des Grundversorgers durchschnittlich 382 Euro sparen, wenn er einen günstigeren Anbieter wählt.

Kann ich sofort wechseln?

Das kommt auf die Vertragslaufzeit. „Meistens beträgt die Laufzeit ein Jahr. Grundversorger haben bei ihrem Basistarif lediglich 14 Tage Kündigungsfrist“, sagt Energieberater Hey. Ein Wechsel lohne sich, wenn der Vertrag bald ausläuft. Der Verbraucher muss schriftlich kündigen und sollte sich das von seinem Versorger bestätigen lassen. Bei Fragen zur Kündigung helfen auch die Verbraucherzentralen.

Wie finde ich den günstigsten Anbieter?

Am schnellsten über Vergleichsportale im Internet. Das sind neben Check24 und Verivox etwa Toptarif und Mut zum Wechseln. Daniela Czekalla von der Verbraucherzentrale Bayern in München rät, bei mehreren Portalen zu recherchieren: „Die Portale finanzieren sich auch über Provisionen von Anbietern und platzieren deswegen oft Angebote ganz oben, die nicht die preiswertesten sind.“

Verbraucher sollten darauf achten, ob die Portale Suchoptionen voreingestellt haben, die nicht zu den eigenen Bedürfnissen passen. Ganz wichtig: „Oft wird beim Preisvergleich ein Wechselbonus eingerechnet. Den zahlt der Anbieter aber nur im ersten Jahr“, sagt Czekalla. Als Grundlage für einen Preisvergleich dient der Verbrauch, der auf der letzten Jahresabrechnung ausgewiesen wurde.

Welche Stolpersteine gibt es?

Daniela Czekalla rät, nur Verträge mit maximal einem Jahr Laufzeit abzuschließen. Bei sinkenden Preisen mache eine Preisgarantie wenig Sinn. Auch Verträge mit Vorkasse seien schlecht, weil der Verbraucher auf den Kosten sitzen bleibt, wenn der Anbieter Insolvenz anmeldet. Wolfram Hey warnt außerdem vor Paketpreisen: „Wenn man mehr verbraucht, als im Paket enthalten ist, kann das teuer werden.“ Wer seinen Anbieter nicht wechseln will, kann beim Grundversorger nach Sondertarifen fragen.

Autorin: Sandra Ketterer

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