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Umwelt

21. Oktober 2017 | 12:32 Uhr

Natur : Tödliche Quallen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Durch das Gift von Würfelquallen können Menschen sterben

Die schiere Berührung einer Würfelqualle verursacht unvorstellbare Qualen. „Wie der Schlag mit einer brennenden Peitsche“, sagt John Ens, Vize-Chef des Hotelverbandes auf der thailändischen Ferieninsel Koh Samui. Dort starb in der Nacht zum Mittwoch eine 20-jährige Touristin aus Göttingen. Sie war abends am Lamai-Strand mit den Tentakeln einer Würfelqualle in Kontakt gekommen. Seitdem seien mehr Warnschilder aufgestellt worden, Touristen würden mit Handzetteln auf die Gefahr hingewiesen, sagt Ens. Die Erste-Hilfe-Stationen am Strand seien alarmiert. „Essig“, sagt Ens, sei das wichtigste Hilfsmittel. Essig auf die Wunden stoppe das weitere Eindringen des Nervengiftes in den Körper.

Dann müsse das Opfer schnell ins Krankenhaus. „Wir haben erst vor einem Jahr die Strandmitarbeiter unserer 105 Mitglieder auf Koh Samui genau trainiert, was zu tun ist, wenn jemand mit einer Würfelqualle in Kontakt kommt“, sagt er. „An den Stränden Koh Samuis gibt es alle paar hundert Meter Erste-Hilfe-Stationen mit Essigvorräten.“

Nach lauten Hilfe-Schreien waren Hotelangestellte am Dienstagabend an den Strand geeilt. Eine Freundin half der Göttingerin noch aus dem Wasser. Die meisten Opfer überleben Giftattacken von Würfelquallen, doch wenn die bis zu drei Meter langen Tentakel zu viele Körperteile berührt haben, droht Lebensgefahr. Das Gift lähmt und verursacht Atemnot. Erste Hilfe und die Intensivstation des Krankenhauses konnten die Frau nicht mehr retten.

„Wir waren am Dienstag mit unseren Jet-Skis vor dem Lamai-Strand unterwegs, da haben wir Würfelquallen gesehen“, sagt Witthaya Suksom, Präsident des Jet-Ski-Clubs von Koh Samui. „Wir sind sofort an Land, haben die Hotels und die Polizei alarmiert, und die haben alle Leute sofort aus dem Wasser geholt“, sagt er. Die Polizei zog aber am frühen Abend ab. „Wir dachten nicht, dass nachts jemand schwimmt“, sagt Witthaya. Die Polizei sagte, es habe Warnschilder an Stränden gegeben. Ob aber an der Stelle eines stand, wo die Göttingerin später ins Wasser ging, ist unklar. Direkt am rund sechs Kilometer langen Lamai-Strand gibt es nach Ens’ Schätzungen etwa 40 Hotels.

Womöglich müssen die Hoteliers sich auf wachsende Probleme einstellen, warnt Meeresbiologin Suchana Chavanich. „Die Überfischung führt dazu, dass die Quallen-Populationen wachsen“, sagt sie. „Es gibt weniger Feinde wie etwa Schildkröten.“ Auch der Klimawandel verheißt nichts Gutes für die Ferieninseln: „Die Quallen leben und pflanzen sich in wärmeren Gewässern fort. Mit höheren Wassertemperaturen müssen wir auch mit mehr Quallen rechnen.“

 

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