Umweltschutz : Gegen Überdüngung der Ostsee – BUND schlägt Bio-Modellregion vor

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BUND wünscht sich Bio-Modellregion

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08. Juni 2018, 20:45 Uhr

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat eine Bio-Modellregion Warnow vorgeschlagen, mit der die Überdüngung der Ostsee bekämpft werden soll. „Die Bio-Modellregion Warnow wäre bundesweit die erste Modellregion, in der alle Maßnahmen in einem Fluss-Einzugsgebiet so gestaltet werden, dass so wenige Nährstoffe wie möglich in die Warnow gelangen“, sagte BUND-Agrarexperte Burkhard Roloff bei der Vorstellung einer Studie gestern in Rostock.

„Überdüngung wird unter anderem durch die intensive, industrielle Landwirtschaft verursacht. Übermäßige Düngergaben, vor allem Phosphor und Stickstoff, gelangen über die Luft, das Grundwasser und die Flüsse, wie zum Beispiel die Warnow, in die Ostsee“, sagte Roloff. In der Modellstudie, die gemeinsam mit der Universität Rostock entstand, würden die Idee der Bio-Modellregion erstmals skizziert und die Auswirkungen unterschiedlicher Bewirtschaftungsformen auf den Fluss und die Ostsee berechnet.

Dazu sei an der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Uni ein ökohydrologisches Modell konstruiert worden. Die Simulation zeigte, „dass das Düngungsregime in der Landbewirtschaftung einen maßgeblichen Einfluss auf den Nährstoffeintrag in Gewässer hat“, sagte Bernd Lennartz, Professor für Bodenphysik.

Den Berechnungen zufolge würden die Halbierung des Stickstoffeinsatzes beim Düngen oder aber die komplette Umstellung auf Öko-Landbau jeweils zu einer Stickstoffreduzierung zwischen 70 und 76 Prozent führen.

Im Fluss-Einzugsgebiet Warnow-Peene, das den größten Teil des Landes umfasst, müssten laut BUND pro Jahr 5000 Tonnen Stickstoff vermieden werden, um die Flüsse und die Ostsee zu schützen.

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