Sternenhimmel : Totale Mondfinsternis

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Der September hält für Sternenfreunde etliche Höhepunkte bereit: zum Beispiel einen besonders großen Vollmond.

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31. August 2015, 23:05 Uhr

Der September beschert uns eine totale Mondfinsternis, die in voller Länge von Mitteleuropa zu beobachten ist. In den frühen Morgenstunden am Montag, den 28., wandert der Vollmond durch den Schatten der Erde. Um 3.07 Uhr tritt er in den Kernschatten unseres Planeten ein. Von 4.11 bis 5.24 Uhr befindet er sich vollständig im Kernschatten: Die Finsternis ist total. Um 6:27 Uhr endet der sichtbare Teil der Finsternis mit dem Austritt des Mondes aus dem Kernschatten.

Der verfinsterte Mond steht vor der Sternenkulisse der Fische. Vollmond tritt in dieser Nacht um 4.50 Uhr ein, wobei unser Begleiter in der gleichen Stunde mit 356 880 Kilometern in extreme Erdnähe kommt. Weil dies die geringste Distanz in diesem Jahr ist, erscheint der Vollmond besonders groß. Das Zusammenfallen von Vollmond und Erdnähe führt zu Springfluten und Spannungen in der Erdkruste.

Die Neumondphase startet am 13. um 8.41 Uhr. Der dunkle Neumond schiebt sich dabei bis zu 79 Prozent vor die Sonnenscheibe. Diese partielle Sonnenfinsternis ist aber nur in Südafrika und Teilen der Antarktis beobachtbar.

Mit 406 460 Kilometern hält sich der Mond am 14. in Erdferne auf. Am 19. zieht die Sichel des zunehmenden Mondes an Saturn vorbei, ein netter Anblick auch schon am Vorabend. Saturn schmückt als einziger ohne Hilfsmittel sichtbarer Planet den Abendhimmel. Allerdings verkürzt er seine Sichtbarkeitsdauer drastisch, denn er geht immer früher unter.

Venus beherrscht den Morgenhimmel. Am 21. strahlt sie in maximalem Glanz. Die schmale Sichel des abnehmenden Mondes zieht am 10. nördlich an Venus vorbei. Mars ist mit von der Partie. Das Dreigestirn ist gegen 6 Uhr morgens tief am Osthimmel zu sehen.

Mars ist allerdings noch unauffällig. Seine Helligkeit entspricht etwa der des Polarsterns. Am 25. wandert er am Königsstern Regulus im Löwen vorbei. Auch Jupiter zeigt sich ab Mitte September am Morgenhimmel knapp über dem Osthorizont.

Gleich am 1. September steht Neptun im Sternbild Wassermann der Sonne genau gegenüber, der Fachmann spricht von Oppositionsstellung. Der sonnenfernste Planet ist somit die gesamte Nacht am Firmament. Da Neptun 30-mal weiter von der Sonne entfernt ist als die Erde, ist er so lichtschwach, dass man ihn mit freien Augen nicht sehen kann. Mit einem lichtstarken Fernglas und Stativ sowie genauer Sternkarte kann man den bläulichen Planeten als winziges Lichtpünktchen erkennen. 1989 flog die Raumsonde „Voyager 2“ in nur 4900 Kilometer Distanz an Neptun vorbei und sandte fantastische Aufnahmen von seiner wolkenverhangenen Wasserstoffatmosphäre zur Erde. Auf ihnen ist auch ein großer, dunkler Fleck zu erkennen, der sich als Wirbelsturm entpuppte. Zur Opposition ist Neptun 4,331 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Vier Stunden ist das Licht unterwegs, um diese Distanz zu überbrücken.

Am abendlichen Fixsternhimmel sinkt der Himmelswagen im Nordwesten, während das Himmels-W, die Kassiopeia, im Nordosten emporsteigt. Das Sommerdreieck mit Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler dominiert den Himmelsanblick.

Der Pegasus hat den Osthimmel erobert. Der zentrale Teil des Pegasus wird durch ein mächtiges Sternenquadrat markiert, zu dem man auch Herbstviereck sagt. An der Nordostecke des Quadrats hängt die Sternenkette der Andromeda. Ihr folgt halbhoch im Nordosten der Perseus, strahlender Held und Retter der Andromeda. Im Perseus findet man den Teufelsstern Algol, der seine Helligkeit periodisch ändert.

Im Osten hat sich das kleine Sternbild Widder emporgeschwungen. Der Steinbock passiert eben den Meridian. Tief am Nordosthimmel flackert gelblich die helle Kapella im Sternbild Fuhrmann.

Die Sonne wandert am absteigenden Ast ihrer Jahresbahn, der Ekliptik. Am 17. verlässt sie vormittags das Sternbild Löwe und tritt in das Sternbild Jungfrau. Schließlich überschreitet sie am 23. um 10.21 Uhr den Himmelsäquator und wechselt auf die Südhälfte des Firmaments. Am 23. tritt somit die Tagundnachtgleiche ein. Anschließend sind die Nächte wieder länger als die Tage. Der Schnittpunkt der absteigenden Sonnenbahn mit dem Himmelsäquator heißt deshalb Herbstpunkt. Er ist identisch mit dem Waagepunkt, der den Beginn des Tierkreiszeichens Waage markiert.

Autor: Hans-Ulrich Keller

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