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Große Verantwortung : Trend Imkern: Junge Leute entdecken das Honigmachen

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Summ, summ, summ: Das ist für mehr Menschen die Begleitmusik zu ihrem Hobby. Der Freizeit-Job hilft der Umwelt und liegt im Trend - trotz mancher Auswüchse.

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erstellt am 25.Aug.2017 | 04:32 Uhr

«Such dir mal ein Hobby», das hat Alfred Luchtens Frau ihm vor zehn Jahren geraten. Seitdem begeistert den Friedhofsgärtner die Imkerei.

Er habe sogar zeitweise überlegt, das Hobby zum zweiten beruflichen Standbein zu machen, berichtet er beim Besuch eines seiner Bienenstöcke in Düsseldorf-Gerresheim. Der 50-Jährige betreut 28 Bienenvölker. Wie Alfred Luchten begeistern sich immer mehr Menschen in ihrer Freizeit für die Imkerei.

Peter Maske, der Präsident des Deutschen Imkerbundes (DIB) , erzählt, dass vor allem das Bienensterben wegen der Varroamilbe viele Menschen aufgerüttelt habe. Die Folge sind steigende Mitgliederzahlen und vor allem bei jungen Menschen ein großes Interesse an der Bienenhaltung. «Viele möchten Bienen halten, um der Umwelt zu helfen», so Maske. Seit 35 Jahren ist er Imker aus Leidenschaft. Bei aller Freude über den Nachwuchs: Das «Urban Beekeeping», das Bienenhüten in der Stadt, begeistert ihn weniger.

Denn neben ambitionierten Nachwuchs-Imkern gibt es eben auch das: Vornehmlich junge Leute halten sich in der Stadt auf dem Balkon oder im Kleingarten ein einzelnes Bienenvolk, ohne Honig zu sammeln und das Volk zu betreuen. «Sie überlassen die Bienen sich selbst», sagt der DIB-Präsident. Dabei habe ein Imker die Verpflichtung, seine Bienen zu pflegen. Für die Gesundheit des eigenen Volkes und zum Schutz anderer Völker. «Ein Schwarm braucht einen Imker», sagt Maske. Denn die Insekten-Völker müssen manchmal regelrecht gehegt und gepflegt werden: etwa durch Füttern bei schlechtem Wetter.

Marika Harz vom Bieneninstitut in Münster sieht das auch so. Auch sie kennt die vielen Angebote im Internet für Bienenhaltung auf kleinem Raum und ohne Aufwand. «Einfach nur Bienen ohne ausreichende Pflege in Bienenboxen zu halten, das ist alternative Bienenhaltung, die nicht zu empfehlen ist», sagt die Bienenforscherin. Bienenboxen sind Holzboxen, in die kleine Rahmen für Bienenwaben eingelassen sind. Für das Volk würden diese Boxen schnell zu klein, erklärt die Expertin. Wenn ein Bienenvolk zu groß wird, bildet es einen Schwarm und versucht eine neue, größere Bleibe zu finden. Wenn der Schwarm nicht von Imkern eingefangen wird, habe er kaum eine Überlebenschance, sagt sie.

Wie viele Menschen das «Urban Beekeeping» betreiben, ist nicht bekannt. Aber die Mitgliederzahlen des Deutschen Imkerbundes steigen deutlich: Vor zehn Jahren waren rund 80 000, heute sind es 110 000 Freizeit-Imker, die in 2800 Vereinen organisiert sind. Dabei spielt sicher auch der allgemeine Trend zur Natur eine Rolle.

«Jedes Jahr werden es etwa fünf Prozent mehr Imker», sagt Peter Maske. Der DIB-Präsident betont, vor allem junge Menschen ziehe es zum Honigmachen. Es gebe einen regelrechten Run auf die Einsteigerseminare der Vereine. 750 000 Bienenvölker halten die Imker in Deutschland nach seinen Angaben. Auch hier gehen die Zahlen nach oben: «Die Faszination ist so groß, dass man mehr Bienen haben möchte», sagt Maske.

Diese Erfahrung hat auch Alfred Luchten gemacht. Der große logistische und bürokratische Aufwand, habe ihn vom Schritt zur Imkerei als Zweitjob abgehalten, erklärt er. 200 Kilogramm Honig hat er in diesem Jahr schon an seinen Bienenstöcken gesammelt. Bis zu 300 könnten es werden. Der Honig mit dem Qualitätssiegel «Echter Deutscher Honig» findet reißenden Absatz. «Etwa 20 Prozent des Bedarfs der Deutschen können wir durch eigenen Honig decken», erklärt Peter Maske. Fleißige Bienen kann es also nicht genug geben.

Deutscher Imkerbund

Bieneninstitut Münster

Die Honigmacher

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