Studie : Katzen helfen nur bedingt gegen Ratten

Katzen als Haustiere sind im Kampf gegen Ratten nur bedingt hilfreich.
Katzen als Haustiere sind im Kampf gegen Ratten nur bedingt hilfreich.

Wer Ratten bei sich zuhause entdeckt, empfindet oft Ekel, denn die Nager können Krankheiten übertragen. Wer sich gegen die ungebetenen Gäste eine Katze anschaffen will, sollte sich das Tier jedoch sehr genau aussuchen, mahnen Experten.

svz.de von
01. Oktober 2018, 10:23 Uhr

Katzen sind im Kampf gegen Ratten nur bedingthilfreich. Das berichten US-Forscher nach einer Studie in New York.Darin beobachtete das Team mehrere Monate mit Videokameras eineRattenkolonie, in deren Nähe regelmäßig verwilderte Katzen kamen.

Innerhalb von 79 Tagen, an denen Katzen vor Ort waren, töteten dieJäger nur zwei Ratten, wie die Forscher der Fordham University imFachblatt «Frontiers in Ecology and Evolution» berichten. An jenenTagen seien jeweils bis zu drei Katzen in unmittelbarer Nähe der 120bis 150 Ratten gewesen. Hatten sich Katzen vor Ort aufgehalten, warenam Folgetag deutlich seltener Ratten zu sehen.

Bezahlt wurde die Studie von einem Interessenverband derSchädlingsbekämpfer. Doch auch der Zoologe Hermann Ansorge vomSenckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz, der nicht an der Studiebeteiligt war, teilt die Einschätzung der Forscher prinzipiell: «Wennman eine Katze zuhause gegen Ratten einsetzen will, müssen Sie einsehr jagdwilliges Tier haben.» Katzen verzichteten vorsichtshalberdarauf, die Nager zu jagen, wenn leichtere Beute erreichbar sei.

Die Forscher vermuten ebenfalls, dass die durchschnittlich 330 Grammschweren Wanderratten nicht zur bevorzugten Beute von Katzen zählen,die üblicherweise deutlich leichtere Vögel und Mäuse jagten. DenAutoren zufolge müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, bevoreine Katze eine große Ratte tötet: «Die Katze muss hungrig sein, darfkeine weniger riskante Nahrungsquelle haben und muss die Rattenormalerweise überraschen», sagt Ko-Autor Michael Deutsch, der füreine Schädlingsbekämpfungsfirma arbeitet.

Auch Michael Fehr von der Tierärztlichen Hochschule Hannover glaubt,dass eine ausgewachsene Ratte zu groß für eine Katze sein kann.«Anders verhält sich dies mit kleineren Jungratten. Diese werdenneben Mäusen, anderen Kleinsäugern und Vögeln gelegentlich von Katzenmit entsprechender Fangerfahrung erbeutet», sagte der ebenfalls nichtan der Studie beteiligte Wissenschaftler.

Schädlingsbekämpfer setzen häufig Gift gegen Ratten ein. Die BerlinerWasserbetriebe nutzen auch andere Mittel, um die unerwünschten Gästein der Kanalisation umzubringen. Dazu gehören etwa Schlagfallen, dieden Ratten mit einem Bolzen das Genick brechen. Wer lieber natürlicheMittel gegen Ratten einsetzen will, kann dem Görlitzer ExpertenAnsorge zufolge auch auf größere Tiere zurückgreifen. «BestimmteHunderassen wie Terrier sind gute Rattenjäger», sagt der Zoologe.

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