Kreuzung von Labrador und Pudel : Warum der "Labradoodle"-Erfinder seine Schöpfung bereut

Vor 30 Jahren kam der erste Labradoodle auf die Welt. Heute sind sie beliebte Familienhunde.
Vor 30 Jahren kam der erste Labradoodle auf die Welt. Heute sind sie beliebte Familienhunde.

Der Züchter des ersten dieser teddyartigen Hunde fürchtet, er könne ein Monster erschaffen haben.

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26. September 2019, 11:36 Uhr

Sydney | Sie heißen Puggle, Maltipoo oder Labradoodle: Sogenannte Designer-Hunde entstehen aus der gezielten Kreuzung zwei verschiedener Rassen. So entsteht der Labradoodle etwa aus der Kreuzung eines Labradors mit einem Pudel. Der Schöpfer dieser "Hybridrasse" ist der Australier Wally Conron. Und er kann den Hype um seine Kreation absolut nicht nachvollziehen. "Ich habe keine Ahnung, warum die Leute sie heute züchten", sagte er im "ABC"-Interview.

Erster Labradoodle entstand nach Spezialauftrag

Vor 30 Jahren hatte Conron den ersten Labradoodle gezüchtet – als Spezialauftrag, wie er betont. Damals arbeitete Conron für eine Organisation, die Begleithunde für Blinde züchtet. "Den Labradoodle habe ich für eine blinde Dame gezüchtet, deren Mann allergisch auf Hundehaare war", berichtet Conron.


Demnach wurden bis dahin meist Labradore als Blindenhunde eingesetzt. Zunächst habe er der Dame von Hawaii einen Pudel anbieten wollen, da diese nicht haaren. Doch die Untersuchung 33 verschiedener Pudelrassen habe ergeben, dass keiner das richtige Temperament habe, um ein fähiger Begleithund zu sein. Jahre vergingen bis Conron schließlich auf die Idee kam, eine neue Kreuzung auszuprobieren: "Ein Hund mit der Arbeitsbereitschaft des Labradors und dem Fell eines Pudels."

Wortschöpfung führt zum Hype

1989 brachte Labradordame Brandy drei weiße Labradoodle zur Welt – einer bestand alle Allergietests: Sultan. Der junge Hund wurde also ausgebildet und Kumpan der blinden Dame auf Hawaii. Die übrigen Welpen aus der Sonderzucht habe jedoch niemand adoptieren wollen. Erst als die Organisation mit dem Namen Labradoodle warb, begann die Erfolgsgeschichte der Kreuzung.

Es war ein Witz. Niemand wollte einen Hybridhund, aber jeder wollte einen Labradoodle. Selber Hund, anderer Name. Wally Conron


"Frankensteins Monster freigelassen"

Doch mit dem Hype zu seiner Schöpfung kam rasch die Reue: Viele Züchter hätten auch kränkliche Tiere gekreuzt, um sie als Labradoodle für viel Geld zu verkaufen, berichtet Conron. Auch 30 Jahre später macht ihn das immer noch betroffen: "Ich habe die Büchse der Pandora geöffnet und Frankensteins Monster freigelassen." Wenn er heute einem Labradoodle begegne, frage er sich immer, ob das Tier gesundheitliche Probleme hat. "Ich sehe manchmal ordentliche Labradoodle, aber es sind nur wenige von ihnen."

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Auch wenn Conron seine Kreation bereut, gab es seitdem etliche als Begleithunde erfolgreiche Labradoodle, berichtet seine Organisation. Mittlerweile werden auch andere Pudel-Kreationen populärer: Der Golden Doodle entsteht aus der Verpaarung von Golden Retriever und Pudel, der Schnoodle aus Schnauzer und Pudel, der Cockapoo aus Cocker Spaniel und Pudel sowie der Maltipoo aus Malteser und Zwergpudel.

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