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Ratgeber

24. November 2017 | 08:43 Uhr

Stinke-Urin und Bier-Verbot

vom

svz.de von
erstellt am 25.Apr.2013 | 08:54 Uhr

Was rar ist, schart Mythen um sich. Harald Seitz vom Verbraucherinformationsdienst aid weiß, was dran ist an den Gerüchten um den Spargel.

Schmeckt man, ob der Spargel unter Folie wuchs?

Nein, denn die Folie ist nur ein Wärme-Verstärker, wirkt sich sonst auf den Spargel aber nicht aus. Folie auf dem Damm simuliert in den ersten Tagen der Saison wärmeres Wetter als tatsächlich herrscht. In diesem Jahr habe es nur eine sehr kurze Zeit Folie auf den Feldern gegeben, sagt Seitz. "Das ist aber eine absolute Ausnahme." Denn Folie sei für die Phase gedacht, in der es nicht mehr kalt, aber auch noch nicht richtig warm sei. Diesen sanften Übergang gab es in diesem Jahr fast nicht.

Lässt sich nur geschälter Spargel einfrieren?

Ja. Soll tiefgefrorener Spargel auf den Teller, müsse er direkt aus dem Gefrierfach in den Kochtopf. Er dürfe vorher nicht auftauen, sagt Seitz. Daher muss der Koch ihn schon vor dem Einfrieren schälen. Gekochter Spargel lasse sich hingegen nicht einfrieren. Denn in den Stangen bilden sich Eiskristalle, die die gekochten Stangen nach dem Auftauen weich und matschig werden lassen.

Muss Spargel stehend kochen?

Nicht unbedingt, sagt der Experte. Dass er im Topf stehen muss, sei eher eine Sitte aus früherer Zeit, als die Stangen noch unterschiedlich dick waren. Meist seien sie unten deutlich dicker als oben gewesen. Daher kochten die kräftigen Enden im Wasser, die schmalen Köpfe garten im Dampf. Heute sind die Sorten so gezüchtet, dass eine Stange überall ungefähr gleich dick ist. Sie dürften also auch im Topf liegen, sagt Seitz.

Ist Rotwein zum Spargel tabu?

"Sie können auch Bier zum Spargel trinken", sagt Seitz. Klar, leichter Weißwein unterstreiche den sanften Spargelgeschmack. Das sei aber eher etwas für Gourmets. Wer lieber Rotwein oder Bier mag, darf auch das trinken. Allerdings sei das Bier besser nicht zu herb und der Rotwein nicht zu schwer.

Und die Sache mit dem Spargel-Urin?

"Das stimmt tatsächlich", sagt Seitz. Der Urin riecht nach dem Spargelessen anders. "Das hängt mit den Schwefelverbindungen zusammen." Dass es allerdings nur einigen Menschen so gehe, stimme nicht, sagt Seitz. Bei jedem Menschen entstünden die Stoffe im Urin, die den strengen Geruch verursachen, bei manchen allerdings stärker als bei anderen. Abschwächen lasse sich der Geruch auch dadurch, dass man zum Spargelgericht viel trinkt. Das verdünne den Urin.

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