Bildung : So klappt der Fernlehrgang

Lernen 2.0: Fernunterricht ermöglicht es Berufstätigen, sich von zu Hause aus weiterzubilden.
Foto:
Lernen 2.0: Fernunterricht ermöglicht es Berufstätigen, sich von zu Hause aus weiterzubilden.

Schon die Wahl des richtigen Kurses stellt sich häufig als kompliziert heraus: Sieben Tipps zum Finden des besten Angebots.

svz.de von
26. April 2015, 23:48 Uhr

Ob Marketingseminar, Meister oder MBA – bei beruflichen Weiterbildungen ist das Angebot groß. Viele Kurse können Berufstätige auch im Fernunterricht absolvieren. Das hat einige Vorteile: Teilnehmer sind flexibler und können lernen, wann und wo sie wollen. Dennoch liegt diese Lernmethode längst nicht jedem. Sieben Tipps im Überblick:

Weniger ist mehrTeilnehmer dürfen sich nicht übernehmen – sonst kommen sie schnell nicht mehr mit. „Man neigt da leicht zur Selbstüberschätzung“, sagt Alrun Jappe von der Stiftung Warentest, die einen Leitfaden zum Thema herausgegeben hat. Vollzeitbeschäftigte planen besser nicht mehr als 10 bis 15 Stunden pro Woche ein. Dabei müssen sie genug Zeit zum Nachbereiten des Lernstoffs einkalkulieren, erklärt Mirco Fretter vom Forum Distance-Learning.

Der Mix macht’sAllein im stillen Kämmerlein zu lernen, wird schnell öde. Daher setzen viele Anbieter auf sogenanntes Blended Learning – eine Mischung aus Fernlernen mit schriftlichen Unterlagen, Online-Seminaren und Präsenzveranstaltungen. Solche Mischformen sind eine gute Lösung für alle, die nicht nur im Alleingang lernen wollen.

Probieren geht über

studierenOft können Teilnehmer das Angebot während eines Probemonats testen, erklärt Jappe. Außerdem gelten die Regeln des Fernabsatzgesetzes: Kunden dürfen 14 Tage lang vom Vertrag zurücktreten, erläutert die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) in einem Ratgeber. Diese Frist läuft erst ab dem Tag, an dem Teilnehmer eine Kopie der Vertragsurkunde und die ersten Lernmaterialien erhalten haben.

Kurzer Draht zum

DozentenDamit es im Fernunterricht nicht hakt, muss der Dozent bei Fragen schnell erreichbar sein. Einige Anbieter versprechen, dass Teilnehmer eine Rückmeldung innerhalb von 48 Stunden erhalten. Außerdem klären Berufstätige besser, ob es telefonische Sprechzeiten gibt.

Manche Fragen lassen sich im direkten Gespräch schneller klären als per E-Mail. Interessenten sollten den Dozenten ruhig schon einmal vor dem Buchen anrufen, um sich einen Eindruck von ihm zu verschaffen, rät Fretter.

Extrakosten im Blick

habenDazu gehören etwa Gebühren für Prüfungen, erläutert die ZFU. Bei Präsenzseminaren kommen Kosten für Anreise und Übernachtungen hinzu. Bei einigen Anbietern sind außerdem Lehrmaterialien oder die Mehrwertsteuer nicht im angegebenen Preis enthalten, ergänzt Jappe. Finanzielle Unterstützung bieten Förderangebote wie die Bildungsprämie oder ein Bildungsgutschein.

Abschluss prüfenLehrgang oder Studium? Die Begrifflichkeiten bei Fernunterricht sorgen leicht für Verwirrung, hat Jappe beobachtet. Berufstätige müssten daher genau prüfen, worauf ein Kurs abzielt: Steht am Ende eine staatliche Prüfung, ein akademischer Abschluss oder bloß ein Zertifikat des Anbieters?

Auf Zulassung

achtenWer einen Fernlehrgang zur beruflichen Weiterbildung sucht, sollte auf die Zulassung achten, rät Fretter. Diese schreibt das Fernunterrichtsschutzgesetz für Angebote dieser Art in der Regel vor. Ausgenommen sind Hobbykurse, die laut Gesetz bloß „der Freizeitgestaltung oder der Unterhaltung“ dienen. Bei allen anderen Kursen überprüft die ZFU die didaktischen Konzepte und die Vertragsklauseln etwa zum Widerrufsrecht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen